Shaman’s Harvest: Red Hands Black Deeds

Shaman’s Harvest: Red Hands Black Deeds

Mascot Records

VÖ: 28.07.2016

 

Wertung: 9/12

 

Düstere Zeiten sind das. Dies hat auch Auswirkung auf das Musikgeschehen. Natürlich nicht in Deutschland, denn da suhlt man sich weiterhin im Befindlichkeitspop ohne eigene Meinung, denn man will ja möglichst keinen potenziellen Käufer verschrecken. In anderen Teilen der Welt werden die Künstler aber wieder politischer und nehmen dabei erfreulicherweise kein Blatt vor den Mund. So wie Shaman´s Harvest auf dem neuen Album „Red Hands Black Deeds“. Die Band begann ja auch im November 2016 mitten in den US-Präsidentschaftswahlen mit dem Schreiben des Materials. Die Texte sind dementsprechend mit politischen Tönen durchzogen. Auch soziale Themen nimmt sich die Band an. Die Musik ist düsterer als auf den Vorgängern. Und manchmal auch leise und nachdenklich.

 

„Long Way Home“ schleppt sich langsam dahin. Schamanen die Hillbilly spielen. Blues natürlich auch. Düster und mysteriös. So wie auch beim Auftakt mit „Red Hands Black Deeds“. Der Aufbau von „The Devil In Our Wake“ ist toll. Ein lässiger Rockstampfer, der groovt wie Sau. Und rockt – Wah-Wah inbegriffen. „Broken Ones“ entpuppt sich als düsteres Hardrock-Manifest. So ein straighter Stampfer wie „The Come Up“ ist an Lässigkeit nicht zu überbieten. Das macht schon Laune. Und zwar gute! So simpel geht das mit den guten Songs. Analoge Effektpedale und Vintage Amps tragen dann sicher zu dem erdigen Sound bei. Digitale Effekte hat man sich für die Platte nämlich vollends gespart.

 

„A Longger View“ ist ein ruhiger Song. Eine Ballade? Vielleicht. So wie Incubus einst die guten Balladen geschrieben haben. „Soul Crusher“ hat einen saucoolen Twang. Auch „Off The Tracks“ hört man durchaus an, dass die Band in Missouri beheimatet ist. „The Devil In Our Wake“ wildert noch mal im Hardrock hat aber auch eine Grunge-Note. „Blood Trophies“ schleicht sich aus den Sümpfen an. Das ist der Alligator unter den Songs von „Red Hands Black Deeds“. Lagerfeuer können „Shaman´s Harvest also auch, denn das beweisen sie auf eindrucksvolle Art und Weise mit „Tusk And Bone“. Ein schön gezogenes Solo gibt es obendrauf dazu. Zum Schluss wird es mit „Scavengers“ glatt sphärisch und das Album schwebt dem Ende entgegen. Und dann gibt es noch DEN Hillbilly-Moment des Albums. Bitte selber hören!

 

Fazit: „Red Hands Black Deeds“ ist ein – über weite Strecken – wirklich tolles Album. Hillbilly und Hardrock sind nur die Oberbegriffe. Shaman´s Harvest rühren hier nämlich ihren ganz eigenes Süppchen an. Das kann auch mal grungy sein oder sich am Lagerfeuer wiederfinden. Die Atmosphäre ist meist düster. Der Sound ist sehr erdig und trocken. Mit anderen Worten: ein Segen für die Rockmusik im Jahre 2017.

 

https://shamansharvest.com/

 

Text: Torsten Schlimbach

S U C H E
Loading

Empfehlen Sie diese Seite auf:

Druckversion Druckversion | Sitemap Diese Seite weiterempfehlen Diese Seite weiterempfehlen
Dream Out Loud Magazin: © Torsten Schlimbach / Header: © Kai Knobloch