Sean Christopher: Yonder

Sean Christopher: Yonder

Dumont Dumont/Rough Trade

VÖ: 11.05.2018

 

Wertung: 8,5/12

 

Wie passen eine Flamencogitarre, Bristol, Den Haag und Rotterdam zusammen? Bei Sean Christopher und seinem Debütalbum „Yonder“ ganz gut und das Werk vereint all dies miteinander. Der Mann stammt aus Bristol, hat in Den Haag und Rotterdam Musik studiert und jeder Song auf seinem Debüt ist mit seiner Flamencogitarre verbunden. Christopher arbeitete zunächst als Produzent für Filme und Werbespots. Erfolgreich wohlgemerkt. Trotzdem schwirrte in seinem Kopf auch immer die Vision herum, als Singer/Songwriter ein eigenes Album aufzunehmen. Er konnte schließlich beim schwedischen Label Dumont Dumont unterkommen und an seinen Songs feilen. „Yonder“ enthält nun zwölf Stücke von Sean Christopher.

 

Mit „Paper Plane Pilot“ ist natürlich auch die wundervolle Single aus dem Jahre 2017 enthalten. Es geht um Freiheit, loslassen und die Welt vielleicht wieder mit den Augen eines Kindes zu sehen. Dazu gibt es auch ein sehenswertes Video, welches einen Jungen in einem Flüchtlingscamp zeigt, der seine Freiheit durch seine Phantasie findet. „A Thousand Hues“ eröffnet „Yonder“. Die dritte Singleauskopplung - „Carry On“ ist eine weitere – ist eine traurige Albumeröffnung. Christopher hat sich hier von einer wahren Geschichte rund um den Tsunami in Japan inspirieren lassen. Musikalisch wird das alles dezent und melancholisch in Szene gesetzt.

 

Das Gitarrenspiel ist schon sehr feinfühlig. Kein Ton ist zu viel und sehr passend zur Klangfarbe seiner Stimme, die ein bisschen an Sting erinnert. „Cherokee“ hat viele kleine Weggabelungen zu bieten und ist etwas üppiger ausgearbeitet und arrangiert. Dem gegenüber steht fast die totale Stille des Titeltracks „Yonder“. Mit „Tomorrow Never Ends“ gibt es sogar einen Song, der von Muse inspiriert sein könnte. Auf dem Album ist alles höchst intensiv und Christopher kreiert da eine ganz wundervolle Atmosphäre. Über allem schwebt eine melancholische Note, so auch bei „Lazarus“, einem Stück, welches an Sting erinnert, oder auch „Everything“, einem weiteren Track, der in seiner ruppigen und opulenten Ausstaffierung an Muse erinnert.

 

Fazit: Sean Christopher hat mit „Yonder“ ein sehr intensives Album aufgenommen. Das sind Songs, die ganz sicher keinen Zuhörer kalt lassen werden. Die intensive Atmosphäre geht unter die Haut. Größtenteils bewegt sich das in Singer/Songwriter-Gefilden, wird aber hin und wieder auch sehr ruppig ausstaffiert und dann erinnert das sogar an Muse. Tolles Album mit Songs, die unter die Haut gehen!

 

https://www.facebook.com/seanchristophermu/

 

Text: Torsten Schlimbach

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Dream Out Loud Magazin: © Torsten Schlimbach / Header: © Kai Knobloch