Savoy: See The Beauty In Your Drab Hometown

Savoy: See The Beauty In Your Drab Hometown

Drabant Music/Membran

VÖ: 19.01.2018

 

Wertung: 8/12

 

Savoy veröffentlichen mit „See The Beauty In Your Drab Hometown“ nun schon das sechste Album der Bandgeschichte. In zwanzig Jahren ist das gar kein schlechter Schnitt – zumindest vor dem Hintergrund, dass Savoy ja die Rolle einer Zweitband einnimmt. Namensgeber Pal Waaktaar-Savoy ist ja immerhin ein Drittel von a-ha und hat dort mit seinen beiden Mitstreitern ja über die Jahre auch schon das eine oder andere Projekt gestemmt. Savoy ist musikalisch anders ausgerichtet. Fans von a-ha werden sich da nicht unbedingt wiederfinden. Weitere Protagonisten von Savoy sind Lauren Savoy (die Ehefrau von Pal) und Schlagzeuger Frode Unneland.

 

„See The Beauty In Your Drab Hometown“ ist anders als seine Vorgänger. Das neue Werk ist eindeutig beatlastiger. Die Songs sind von einer Freiheit durchdrungen, dass hier alles erlaubt ist. Größtenteils kann man das unter Indie-Pop einsortieren. Als Referenz und Vergleich kommt einem da ganz sicher nicht a-ha in den Sinn. „We´re The Same“ kann man mitunter sogar in der Radiohead in deren zugänglicheren Phasen zuordnen. Das großartige „Shy Teens Suffering Silently“ wiederum erinnert mitunter ein bisschen an die Eels!

 

„Sunilt Byways“ klingt derart entspannt, dass man sich dazu auf eine frisch gemähte Frühlingswiese legen möchte. Fehlt nur noch der Frühling. „(My) Weathervane“ geht zum Schluss sogar in die Richtung von Divine Comedy. Ausgerechnet das beatlastige „Night Watch“ eröffnet das Album. Die Gitarre – mit dem Savoy Trademark-Sound – bildet den Gegenpol. „A Month Of Sundays“ hört sich sogar nach einem Track für den Dancetempel an. Da wurde allerdings auch ein bisschen zu viel mit den Sounds gespielt. Das Stück ist eindeutig 80ies lastig. „Falls Park“ mäandert dann - und das muss man auch sagen dürfen - belanglos dahin. Dafür dröhnt „Manmade Lane“, als wären die Indie-90er in vollem Gange. Großes Ding. „Bump!“ und „January Thaw“ sind schöne Popnummern – besondere letztgenannter Song kann mit dem Gesang von Lauren fett punkten.

 

Fazit: „See The Beauty In Your Drab Hometown“ ist ein weiteres, gutes Album von Savoy. Im Grunde ist das ein schönes Indiewerk, welches auch Menschen gefallen wird, die bei a-ha eher das Weite suchen werden. Zwischen den Eels, Radiohead und The Divine Comedy ist das ganz gepflegte Popmusik mit Indieeinschlag, die sich sehr viele Freiheiten gönnt.

 

Text: Torsten Schlimbach

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Dream Out Loud Magazin: © Torsten Schlimbach / Header: © Kai Knobloch