Sasha: The One

Sasha: The One

Sony

VÖ: 05.12.2014

 

Wertung: 7,5/12

 

Hat Sascha Schmitz seine Fans jetzt wirklich fünf Jahre warten lassen? Ist sein letztes Werk tatsächlich schon leicht angestaubt? Irgendwie hat man das Gefühl, dass der Mann, der als Sasha die Mädchenherzen und die Popwelt im Sturm eroberte, omnipräsent ist. Der mittlerweile 42-jährige führt aber ja auch noch ein Leben als Dick Brave und mittlerweile ist er ja auch im TV zu sehen. Für den Popstar Sasha ist da eben nicht immer Zeit. Jetzt hat er anscheinend mal wieder Lust darauf bekommen. „The One“ hat er sein neues Werk betitelt. Wartet denn überhaupt noch einer auf ein neues Sasha-Album? Die Fans früherer Tage sind ja mittlerweile auch längst erwachsen geworden. Sasha ist es aber auch und seit er 1998 seinen großen Durchbruch hatte, ist eine ganze Menge passiert.

 

Mit „The One“ macht Sasha letztlich Erwachsenen-Pop. Pop kann er wie kein Zweiter in diesem Land, nur ist das jetzt alles ein bisschen gesetzter und eben nicht mehr mit diesem ganzen Kirmesgedöns der Anfangszeit versehen. Macht sich gut und immerhin versucht er gar nicht erst irgendwelchen aktuellen Trends und Strömungen nachzurennen. Die üblichen 80er Jahre Anleihen lässt er dann weitestgehend auch vor der Tür. Sasha hat mit „The One“ ein Album aufgenommen, welches durchaus als zeitlos bezeichnet werden darf und muss. Das ist ja auch schon mal eine Leistung, kriegen nämlich nicht so viele hin. Der Mann zieht hier konsequent sein Ding durch.

 

Textlich ist das zwar hin und wieder schon schwere Kost und da rollen sich einem die Fußnägel hoch, aber mal ehrlich, das ist auf der großen Pop-Spielwiese ja oftmals der Fall. Musikalisch hat er seine Art des Pop wieder ordentlich aufgepeppt. „Enjoy The Ride“ ist zu Beginn mit einem Karibik-Sound versehen, der den Sommer noch mal zurück in die vier Wände holt. Das ist nett, aber eben auch vorhersehbar. „Good Days“ ist textlich jetzt zwar nicht gerade herausragend, das treibende Klavier und die etwas düstere Stimmung sorgen aber dafür, dass der Song eine gute Figur macht. Eine Mundharmonika gibt es dann auch noch obendrauf. Gute Pop-Hymne, nicht mehr, aber eben auch nicht weniger.

 

„Mad Love“ hat er sich ein bisschen bei seinem großen Vorbild Prince abgeguckt. „Rock Within The Breakers“ ist dann der obligatorische Ska/Reggae-Track. „Me And My Gorilla“ geht in eine ähnliche Richtung, lässt aber auch noch ein bisschen Dub mit einfließen, landet aber natürlich beim Pop. Dafür muss man dann aber auch mal den Schmalz von „Can´t Quiet Loving You“ in Kauf nehmen. Die Damenwelt wird die Nummer lieben. Das lässige „Working For Love“ hören aber auch Jungs – natürlich nur heimlich. Sehr cooler Track, der auch auf dem Dancefloor eine gute Figur abgeben wird. „Skyline“ geht in Richtung Western/Saloon-Nummer und ist damit auch wieder überraschend gut. „Silver Linings“ gefällt als Duett mit Lynne - eine unkitschige Ballade. Das Album endet dann mit dem Titeltrack „The One“, wo sich Sasha nun auch noch gesanglich als Prince versucht. Der Mann hat jedenfalls nachhaltigen Eindruck auf Sasha hinterlassen.

 

Fazit: Ist das nun ein Comeback, was Sasha hier mit „The One“ feiert? Meldet er sich nur aus einer Pause zurück? Braucht man überhaupt noch ein neues Sasha-Album? Zumindest werden seine Fans nicht enttäuscht werden und davon sollte es doch noch einige geben. „The One“ ist ein nettes Popalbum, welches auch mal beim Reggae vorbei guckt, die Damenherzen mit den Balladen schneller schlagen lässt und die eine oder andere Reminiszenz an Prince enthält. Alles in allem ist „The One“ ein Erwachsenen-Popalbum und Sasha macht nicht den Fehler dem Zeitgeist nachzurennen. Er zieht hier sein Ding durch und das verleiht dem Album sogar eine gewisse Authentizität.

 

http://www.sasha.de/

 

Text: Torsten Schlimbach

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