Romes: dito

Romes: dito

Five Seven Music

VÖ: 06.10.2017

 

Wertung: 6/12

 

Jacob Alexander (Gesang) und Nicolas Amadeus (Schlagzeug) machten einst das, was viele junge Menschen mit Ambitionen machen, nämlich eine Band gründen. Die beiden Schulfreunde Andrew Keyes (Bass) und James Tebbitt (Gitarre) vervollständigten das Line-up. Zusammen feilte man fortan am gemeinsamen Bandsound. Einige EPs wurden veröffentlicht und in ihrer Heimat Toronto fand sich sehr schnell eine stetig wachsende Anhängerschaft. Der Name der Band ist übrigens Romes und so wurde auch das Debüt benannt, welches nun veröffentlicht wird.

 

Produziert und gemixt wurde das Album von Tony Hoffer. Hoffer weiß eigentlich was er tut, denn er war bisher immerhin für sechs Grammys nominiert. Seine Intension für das Debüt war es, ein Album zu kreieren, bei dem man die Energie der Band so stark spüren kann, als ob man mit ihnen im selben Raum steht und die Persönlichkeit jedes Mitglieds individuell zur Geltung kommt. Das ist aber gewaltig in die Hose gegangen. Die Popmusik, die Romes hier vom Stapel lassen, vermittelt nun wirklich nicht das Gefühl, als würde man mit der Band im selben Raum stehen. Die Persönlichkeit der Musiker verschwimmt sogar vollends. Die Songs sind doch recht austauschbar und hören sich eher so an, als würde hier der Versuch gestartet auf den aktuellen Poptrendzug aufzuspringen.

 

Was hat das Album nun zu bieten? Wer The Killers mag – und dabei lassen wir mal die ersten beiden großartigen Alben außen vor – wird auch das Debüt von Romes schnell in sein Herz schließen. „When The Night Comes“ klingt wie ein billiger Abklatsch. Der Pop von der Eröffnung mit „Believe“ hat zumindest aufgrund der Gitarre einen gewissen Aha-Effekt zu bieten. Und es groovt. „Tryna Be“ groovt auch. Die Gitarre dengelt schön, aber letztlich wirkt das wie eine seltsame Mischung aus The Killers und den Scissor Sisters. Und so geht es lustig weiter. „Deja Vu“ hat sogar ganz dezent etwas von George Michael. Der Refrain nervt allerdings gehörig. „Unstoppable“ ist gar ganz fürchterlich. Es sei denn, man mag die Popmusik, die einem jeden Tag aus dem Radio entgegen plärrt. Will man das?

 

„On Top“ ist zumindest harmlos, sprich die eher ruhige Nummer hat wenig Nervpotenzial. Dudelt halt so dahin. „In The Wild“ reitet auf einer ähnlichen Welle. Ja, auch das dürfte Fans von The Killers gefallen. „Spend The Night“ schwingt dann noch mal die große Popkeule. Die Nummer macht aber Spaß. „Someone“ und „Summer Sound“ träufeln noch mal buntes Konfetti aus den Boxen. „Can´t Get Enough“ legt sogar noch eine Brikett drauf. Aber vielleicht muss das so sein, in Zeiten da auch Coldplay und die schon mehrfach erwähnten Killers ähnliche Plastikbonbons servieren, ist das vielleicht normal. Karies ist vorprogrammiert.

 

Fazit: Wer die große Popblase mag, ist bei Romes und deren gleichnamigem Album goldrichtig. Bubblegumpop, der schnell zerplatzen kann. Vielleicht braucht es aber auch genau das in Zeiten wie diesen. Es kann aber auch nerven. Wer dem Weg, den The Killers oder auch Coldplay eingeschlagen haben für richtig befindet, wird auch dieses Album hier lieben.

 

https://www.romesmusic.com/

 

Text: Torsten Schlimbach

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Dream Out Loud Magazin: © Torsten Schlimbach / Header: © Kai Knobloch