Robin Thicke: Blurred Lines

Robin Thicke: Blurred Lines

Universal

VÖ: 12.07.2013

 

Wertung: 7/12

 

Warum guckt einen denn der gute Robin Thicke vom Albumcover seiner neuen CD „Blurred Lines“ so traurig und skeptisch an? Es läuft doch alles wie gemalt für den Sänger. Der gleichnamige Song ist immerhin durch die Decke gegangen und schon jetzt einer der Sommerhits des Jahres 2013. Die Nummer, bei der T.I. und Pharrell Williams mit dabei sind, ist rund um den Globus ein Renner und dürfte gar Daft Punk abgehangen haben. „The Evolution of Robin Thicke“ katapultierte ihn ja endgültig in die Riege der Superstars, gleichwohl er da als Songlieferant für andere sowieso schon längst angekommen war. „Blurred Lines“ dürfte nun ähnlich erfolgreich werden.

 

Robin Thicke wird ja gerne nachgesagt, dass tief in ihm ein Rockerherz schlummern würde. Kann man getrost vergessen, denn davon ist auf „Blurred Lines“ nichts zu hören. Der Mann fühlt sich beim Soul, Pop, R&B und Funk ganz gut aufgehoben. Wem die Single schon gefallen hat, wird auch an den anderen neun Songs seine Freude haben. Jamiroquai war gestern, Justin Timberlake ist jetzt angesagt. Der knackige Dancetrack „Take It Easy On Me“ hätte auch gut auf das letzte Album von Herrn Timberlake gepasst. „Ooo La La“ geht auch in diese Richtung. Diese Sorte von chilliger Popmusik macht sich ganz gut im Sommer. „Ain´t No Hat 4 That“ legt noch eine Prise Funk dazu. Der Vibe der Jackson 5 weht auch durch diesen Song – gehört dieses Jahr ja irgendwie zum guten Ton.

 

Man vermisst auf diesem Album allerdings etwas das eigene Profil von Robin Thicke. Der Mischmasch der Stile ist ja nicht verkehrt und wenn es mit „Get In My Way“ ab in die Disco geht, dann macht das schon Laune, nur wo bleibt da die Eigenständigkeit? „Give It 2 U“ sorgt mit Kendrick Lamar zwar auch für ordentlich Betrieb, aber auch diesem Song fehlt es an der eigenen Handschrift. Der Wiedererkennungswert ist trotzdem gegeben und Thicke schafft es immerhin, dass seine Songs nicht so zugeknallt und überladen wirken, wie so viele andere des Generes. Mit „4 The Rest Of My Life“ gibt es die obligatorische Ballade erst auf der Zielgeraden. Stevie Wonder grüßt schön. Mit „Top Of The World“ lässt er einen seiner besten Songs im 70ies Stil von der Leine. Klasse Nummer, die wunderbar instrumentiert wurde. Auch mit dem letzten Song haut er noch mal ein ordentliches Ding raus. Wäre Michael Bublé nicht so furchtbar schmalzig, dann könnte er klingen wie Robin Thicke mit „The Good Life“. Tut er aber nicht. Thicke darf hier auch noch mal ganz fett unterstreichen, dass er als Sänger eine mehr als gute Figur abgeben kann.

 

Fazit: „Blurred Lines“ ist ein facettenreiches Album, welches zwischen Funk, R&B, Soul und Pop ein bisschen zwischen allen Stühlen sitzt. Die gute Laune wurde hier quasi einprogrammiert und zum Schluss zeigt der gute Robin dann auch noch, dass er durchaus ein eigenes Profil hat. Vieles ist herrlich entschlackt und somit eine Genreausnahme. Man merkt in vielen Momenten aber auch, dass Herr Thicke schon ganz genau weiß, was dieser Tage in den Charts besonders gut funktioniert. Das macht die Platte natürlich nicht schlecht, aber ein bisschen berechnend ist das schon. Spaß macht die Kiste den Fans der Erfolgs-Single aber ganz sicher!

 

http://www.robinthicke.com/

 

Text: Torsten Schlimbach

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