The Robert Cray Band: 4 Nights Of 40 Years Live

The Robert Cray Band: 4 Nights Of 40 Years Live

Mascot Label Group/Rough Trade

VÖ: 28.08.2015

 

Robert Cray wird in Fachkreisen zurecht als Blues-Ikone bezeichnet. Manchmal flutscht der Mann fälschlicherweise immer etwas unter dem Radar hindurch und andere Größen des Genres werden ihm vorgezogen. Er braucht sich aber keineswegs hinter diesen zu verstecken. Robert Cray hat sich dabei stets den Blick und offene Ohren für die aktuellen Strömungen bewahrt und genau das unterscheidet ihn von seinen Kollegen, die musikalisch oftmals nur in der Vergangenheit leben. Jetzt feiert Robert Cray sein 40-jähriges Bühnenjubiläum. Während dieser Zeit hat der Mann immerhin 20 Alben aufgenommen – ein sensationeller Schnitt. Und wie es sich für ein solches Jubiläum gehört, wird dies nun auch mit einer besonderen Veröffentlichung gefeiert: „4 Nights Of 40 Years Live“.

 

Das komplette Paket liegt uns zwar nicht vor, aber das Ansichtsmaterial anhand einer DVD und CD lässt mehr als nur erahnen, dass dies eine ganz besondere Veröffentlichung ist, die dem Schaffen von Robert Cray gerecht wird. Viele Facetten von Cray und seiner Band kriegt man da zu sehen und hören. Auf der DVD gibt es einen 90-minütigen Konzertfilm zu sehen. Die Aufnahmen aus den 80ern sind selbstverständlich nicht mit den technischen Möglichkeiten von heute zu vergleichen. Darum geht es aber ja auch nicht, denn es zeigt sich abermals, dass Robert Cray ein Stoiker an seinem Instrument ist, der selbiges aber mit viel Liebe spielt und diesem Töne entlockt, die einfach zu Herzen gehen.

 

Auf der DVD wird ein Bogen von der Vergangenheit in die Jetztzeit gespannt. Anhand dieser Aufnahmen kann man wunderbar die Entwicklung von Cray und seiner Band nachvollziehen. Sympathische Interviews mit Cray und seiner Band setzen der ganzen Geschichte die Krone auf. Fast ehrfurchtsvoll sprechen seine Kollegen von Eric Clapton, Buddy Guy über Keith Richards, Jimmie Vaughan oder Bonnie Raitt über ihn.

 

Die CD hat dann im Grunde ein „Best-Of“ Liveprogramm zu bieten und somit kriegt man noch mal einen sehr guten Über- und Einblick in das Schaffen von Robert Cray und seiner Band. Von „Shiver“ über „The Road Down“, „Wrap It Up“, „These Things“ oder „Time Takes Two“ ist das bluesig, rockig und soundtechnisch schon sehr fett.

 

Fazit: „4 Nights Of 40 Years Live“ der Robert Cray Band scheint ein tolles Paket zum 40-jährigen Bühnenjubiläum der Blues-Ikone zu sein. Bewegte Bilder – auch aus der Vergangenheit – zeichnen den Weg von Cray und seiner Band auf beeindruckende Art und Weise nach. Einige Weggefährten von Cray kommen dabei auch zu Wort und loben den Mann in den höchsten Tönen. Die CDs runden das Package sehr schön ab. Eine Bewertung entfällt an dieser Stelle, da nicht das komplette Material zur Ansicht vorliegt.

 

http://robertcray.com/

 

Text: Torsten Schlimbach

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The Robert Cray Band: In My Soul (Limited Edition)

The Robert Cray Band: In My Soul (Limited Edition)

Mascot Label Group/Rough Trade

VÖ: 28.03.2014

 

Wertung: 10/12

Tipp!

 

Robert Cray kann mittlerweile auf eine lange Karriere zurückblicken. Seit vier Dekaden ist er schon unterwegs, kann sich fünffacher Grammy-Gewinner nennen – bei 15 Nominierungen – und legt jetzt gerade mit „In My Soul“ sein 17. Studioalbum vor. Zudem ist der Mann mit seiner Band immer noch auf Tour. Er hat sich für dieses Album mit seinem langjährigen Freund Steve Jordan zusammengetan, der die Platte produziert hat. Entstanden sind dabei elf Stücke, die die ganze Bandbreite von Robert Cray und seinen famosen Mitstreitern widerspiegeln.

 

Man hat bei Robert Cray zudem stets das Gefühl, dass er das alles mit einer Leichtigkeit aus dem Handgelenk schüttelt. Wie sich die Musiker zu Beginn mit „You Move Me“ in die Platte grooven, ist schon beeindruckend. Da wirkt nichts erzwungen, sondern alles derart leichtfüßig, dass es eine wahre Pracht ist. Abgesehen davon zeigt Cray hier auch, dass er ein wirklich guter Sänger ist. Ihm geht zwar etwas der Dreck in der Stimme ab, den viele seiner Blues-Kollegen von Natur aus in die Wiege gelegt bekommen haben, aber das ist ja nicht schlecht. Er kann ebenso druckvoll, wie zurückgenommen mit seiner Stimme agieren.

 

Coverversionen sind ja immer so eine Sache, aber auch das haut hier hin. „Nobody´s Fault But Mine“ von Otis Redding wird sehr schön in Szene gesetzt und ein Stück in den Blues übertragen. Der Soul ist aber keineswegs verschwunden. „Fine Yesterday“ schließt sich nahtlos an. Eine ganz feine Soul-Nummer, da darf man schon mal die Gänsehaut buchen. Das wird sich bis zur ganz famosen Ballade „Hold On“ auch nicht mehr ändern. Verträumt und schwelgerisch ist dieser Sound eine Wucht. „What Would You Say“ als entspannter Rockblues oder das schmissige „Hip Tight Onions“ halten das Niveau ganz gekonnt hoch. Die Limited Edition hat noch den Bonustrack „Pillow“ zu bieten, den man sich keinesfalls entgehen lassen sollte!

 

Fazit: Robert Cray legt mit seiner Band in jeglicher Hinsicht ein tolles Album zwischen Soul und Blues mit „In My Soul“ hin. Optisch ist das Teil übrigens auch sehr fein und der Retro-Vinyl-Look ist schon ein Hingucker, gerade auch weil das über das normale CD-Format hinaus geht. Musikalisch gefällt dieses Album mit seiner Leichtigkeit. Handwerklich ist das sowieso erstklassig umgesetzt. „In My Soul“ ist eine Ansammlung von Songs, die keinem etwas beweisen müssen und wollen und dabei dann doch vieles in den Schatten stellen, was sonst da draußen im Blues, Rock und Soul zu finden ist.

 

http://robertcray.com/

 

Text: Torsten Schlimbach

Robert Cray: Nothing But Love

Robert Cray: Nothing But Love

Mascot Records/Rough Trade

VÖ: 24.08.2012

 

Wertung: 9,5/12

 

Ausgerechnet im musikalischen Plastikjahrzehnt der 80er erlebte Robert Cray endlich seinen Durchbruch. Mit Geburtsjahr 1953 hatte der Mann bis dahin schon so einiges mitgemacht, doch ein größeres Publikum blieb trotzdem ein Wunschtraum. Es hat sich ja noch mal alles zum Guten gewendet, denn von anerkennenden Schulterklopfern alleine kann man schließlich nicht seinen Kühlschrank füllen und die Miete bezahlen. 5 mal durfte er sich mittlerweile den Grammy abholen, für den er über die Jahre satte 15 Nominierungen abstauben konnte. Sowieso hat mittlerweile die halbe Gitarrengilde mit ihm gearbeitet.

 

„Nothing But Love“ ist nun auch schon sein 15. Album. Man muss sich an den Sound zunächst wieder gewöhnen. Mittlerweile sind den Ohren ehrliche und handgemachte Musik ja kaum noch zugänglich und werden von austauschbarer und glatt geschliffener Plastikmassenware zugekleistert. Robert Cray ist dagegen ein Hochgenuss. Und wer immer noch die Meinung vertritt, dass der Blues wenig Abwechslung zu bieten hat, der höre sich bitte diese Platte an! Die Bandbreite ist immens groß. Mal lässt Cray den bluesigen Rock von der Leine, dann suhlt er sich in einer Ballade, die voller Traurigkeit den ganzen Weltschmerz zu schultern scheint oder er groovt sich mit einer Leichtigkeit durch die Nummern, dass es eine Freude ist.

 

Wer braucht eigentlich noch neue Alben von Clapton, wenn es dafür Robert Cray gibt? „(Won´t Be) Coming Home“ erinnert gesanglich und vom akzentuierten Gitarrenspiel durchaus an Mr. Slowhand. Cray klingt allerdings nicht so gequält und die Nummer hat viel mehr Schmiss. Grandioser Einstieg in dieses Album! „Worry“ fährt Blues, Funk und Rock auf und groovt sich lässig durch den Song. „I´ll Always Remember You“ erinnert gar an die großen Big Band Zeiten, lässt den Blues allerdings nicht vor der Tür stehen, sondern heißt diesen herzlich Willkommen! „Slide Dish“ ist dagegen schwach. „A Memo“ und die Ballade „Blues Get Off My Shoulder“ reißen das Ruder allerdings wieder herum. So geht Blues! Das epische „I´m Done Cryin´“ bringt es in knapp neun Minuten noch besser auf den Punkt, während „Great Big Old House“ einfach nur lässig groovt. „Sadder Days“ entlässt einen mit dem guten Gefühl wieder mal ein absolut ehrliches Album mit handgemachter Musik gehört zu haben.

 

Fazit: „Nothin But Love“ von Robert Cray ist ein verdammt gutes Album und fest im Blues verankert. Der großartige Gitarrist mit der samtweichen Stimme vergisst dabei aber auch den Rock nicht. Funk darf es auch mal sein und natürlich groovt die Platte wie Hölle. Cray ist ein brillanter Gitarrist, stellt sich selbst aber nie in das Schaufenster sondern ordnet alles den Songs unter. Musik mit Herz und Seele – ehrlicher geht es kaum!

 

http://robertcray.com/

 

Text: Torsten Schlimbach

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Dream Out Loud Magazin: © Torsten Schlimbach / Header: © Kai Knobloch