Robben Ford: Purple House

Robben Ford: Purple House

earMUSIC/Edel

VÖ: 26.10.2018

 

Wertung: 7,5/12

 

Robben Ford gilt gemeinhin als Ausnahmegitarrist. Weniger bekannt dürfte die Tatsache sein, dass der Mann eigentlich Saxofonist ist. Zumindest hat er dieses Instrument zuerst gelernt, bevor er sich selber das Gitarrenspielen beibrachte. Mittlerweile dauert seine Karriere schon mehr als 50 Jahre. Im ganz großen Rampenlicht stand er die ganzen Jahrzehnte nicht, wurde aber von vielen namhaften Künstlern gerne gebucht. Ford gilt als erstklassiger Blues- und Jazz-Gitarrist. Mit „Purple House“ stellt er das nun wieder unter Beweis.

 

„A Day In Nashville“ hatte Ford vor vier Jahren an nur einem einzigen Tag aufgenommen. „Purple House“ ist nun auch wieder ungewöhnlich, denn die neun Songs wurden von der Band live eingespielt. Dem lässigen „Cotton Candy“ hört man das durchaus an. Die Bläser und der Bass klingen nach einer verdammt staubigen Bühne. Die Gitarren sind schon erstklassig und hier kann man mitunter hören, dass Robben Ford auch ein sehr guter Fusionsgitarrist ist. Die Nummer besticht zudem durch einen guten Groove.

 

Der Auftakt mit „Tangle With Ya“ ist solide, die Läufe auf dem Griffbrett hat man aber auch schon im Dutzend gehört. Ford steht aber auch so eine extrem entspannte Nummer wie „What I Haven´t Done“ ganz gut zu Gesicht. Das ist zwar in jeglicher Beziehung retro, aber Bläser und Gitarrenspiel sind trotzdem sehr edel. „Empty Handed“ ist sogar psychedelisch angehaucht, zieht sich aber auch etwas. Das klassische „Bound For Glory“ ist höchst melodisch und eingängig. „Break In The Chain“ gefällt ebenfalls mit einer schönen Melodie. Shemekia Copeland als Duettpartnerin ist aber der eigentliche Star des Songs. „Wild Honey“ plätschert etwas ereignislos dahin. Das rockige und bluesige „Somebody´s Fool“ kommt nach dem schon erwähnten „Cotton Candy“ genau richtig. „Purple House“ fehlte nämlich an der einen oder anderen Stelle der rockige Blues. „Wiling To Wait“ zum Schluss lässt die Gitarre noch mal heulen – aber auf eine gute Art und Weise. Ford ist ja auch keiner, der als Angeber bekannt ist.

 

Fazit: Das neue Album von Robben Ford, „Purple House“ hat sehr viel solides Songwriting und eine tolle musikalische Umsetzung zu bieten. Das ist höchst melodisch und sehr ambitioniert. Die Band spielte das live ein. Es ist nicht das beste Album von Robben Ford, aber Fans kommen hier voll und ganz auf ihre Kosten.

 

http://robbenford.com/

 

Text: Torsten Schlimbach

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Dream Out Loud Magazin: © Torsten Schlimbach / Header: © Kai Knobloch