Ricky Ross: Short Stories Vol. 1

Ricky Ross: Short Stories Vol. 1

earMusic

VÖ: 15.09.2017

 

Wertung: 6/12

 

Die Stimme der britischen Band Deacon Blue veröffentlicht mit „Short Stories Vol. 1“ ein Soloalbum. Ricky Ross hat hier aber nicht gänzlich unbekannte Songs aufgenommen, da sich unter den zwölf Titeln auch welche aus dem Backkatalog von eben Deacon Blue befinden. Ross hat die Songs aber neu arrangiert, entschlackt und minimalistisch aufgenommen. Im Zentrum stehen das Piano und seine Stimme. Streicher sind aber oftmals als Untermalung und Unterstützung dabei. Aufgenommen wurde das in den Chameleon Studios in Hamburg. Die Streicher und die Chöre kamen dann in Glasgow dazu.

 

„Short Stories Vol. 1“ fällt durch seinen Minimalismus auf. Die Songs wurden dezent arrangiert. Ricky Ross ist ein guter Sänger, keine Frage. Und zunächst hört sich das auch sehr intensiv an und das melancholische „I Thought I Saw You“ verbreitet schon eine ganze besondere Atmosphäre. Die Intensität, die „Raintown“ verströmt, holt einen auch noch ab, aber spätestens bei „I´m Supposed To Love You“ wiederholt sich das alles zu sehr. Ein roter Faden ist ja schön und gut, aber das Soundgewand hält dann doch recht wenig Überraschendes parat. Auch der Gesang hat sehr wenig Variationen zu bieten und durch die spärliche Pianoinszenierung ist das auch musikalisch nicht gerade abwechslungsreich. Wer die große Melancholiekeule mag – passt ja zum Herbst – ist hier natürlich sehr gut aufgehoben.

 

Erst mit „The Germans Are Out Today“ wird wieder so etwas wie ein Spannungsbogen erzeugt. Der Backgroundchor peppt die Geschichte doch merklich auf. Auch „Siggy The Bully“ hat mal etwas mehr Schmiss zu bieten – und dies trotz großem Streicherarrangement. Das war es aber auch schon, denn der Rest des Albums schippert in ähnlichem Fahrwasser dahin.

 

Fazit:  Ricky Ross, die Stimme von Deacon Blue, veröffentlicht mit „Short Stories Vol. 1“ ein Soloalbum, welches nur leidlich spannend ist. Melancholische Arrangements und eine minimalistische musikalische Umsetzung sind auf die Länge eines Albums dann doch zu wenig. Der Gesang ist zwar gut, hat aber auch nur wenig Abwechslung zu bieten. Wer sich im Herbst aber gerne in einem Meer aus Tränen suhlt, ist hier sicher richtig. Demnächst auch live zu erleben.

 

http://deaconblue.com/

 

Text: Torsten Schlimbach

 

"Wages Day" @ Chameleon Studios seht Ihr hier: https://www.youtube.com/watch?v=p8XXObTSOCA&feature=youtu.be

 

 

Tourdaten:

05.11.   Berlin – Passionskirche

07.11.   Hamburg – Imperial Theater

http://www.myticket.de/ricky-ross-tickets-541.html

 

Einen ersten Eindruck vom neuen Album gewinnt ihr hier: https://www.youtube.com/watch?time_continue=1&v=x1jC6GPG3uoRicky

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