Ray Davies: Americana

Ray Davies: Americana

Sony

VÖ: 21.04.2017

 

Wertung: 8/12

 

Ray Davies hat mit den Kinks unbestritten Musikgeschichte geschrieben. Es gibt sogar Menschen, die den Einfluss der Band höher als den der Beatles oder Stones einschätzen. Darüber kann man natürlich streiten, Fakt ist aber, dass Davies und die Kinks mehr als nur eine Randnotiz im großen Geschichtsbuch der Populärmusik darstellen. Jetzt kommt mit „Americana“ der erste musikalische Teil, der auf seiner Autobiografie von 2013 basiert, heraus. In nicht allzu ferner Zukunft soll noch ein zweites Album folgen. Das Werk dokumentiert zudem den wichtigen Einfluss der Vereinigten Staaten auf den Werdegang des Künstlers.

 

Die Backingband, die Davies für „Americana“ engagierte, ist beileibe keine unbekannte Kapelle. The Jayhawks können schließlich auf eine lange Geschichte zurückblicken. In den 80ern widmeten sie sich noch verstärkt dem Rootsrock und der Countrymusik. Die Musiker wissen also wie man das Albumthema bestens in Szene setzt.

 

Es gibt unter den fünfzehn Songs, die selbstverständlich autobiografischer Natur sind, dann auch einen bunten Strauss der amerikanischen Musik zu hören. Der Anfang mit „Americana“ und „The Deal“ ist allerdings auch einigermaßen ernüchternd ausgefallen. Da werden zwar noch ein paar psychedelische Spielereien und Spoken Word-Fetzen eingebaut, aber im Grunde ist das Altherrenmusik der langweiligsten Sorte. „Poetry“ kommt dann endlich mal aus dem Quark. Das hört sich fast schon nach dem jungen Tom Petty an. Ist also ganz großartig geworden.

 

„Message From The Road“ ist ein herzergreifende Ballade. Das Duett mit Karen Grotberg von den Jayhawks passt. Emmylou Harris-Style. So ein rockiger Stampfer wie „The Mystery Room“ tut dem Album ungemein gut. Das traditionelle „Rock ´N´ Roll Cowboys“ ebenso. „Change For Change“ hat etwas Schamanisches. Das kommt direkt aus den Sümpfen angekrochen. Verweise auf früher gibt es auf diesem Album auch immer wieder durch die Spoken Words-Beiträge wie „The Man Upstairs“. „The Great Highway“ strotzt nur so vor Referenzen an die Vergangenheit, macht aber auch unheimlich Spaß. Gutes Rockding. Der Folk-Country von „The Invaders“ ist ganz klar Dylan-Style und „Wings Of Fantasy“ beendet das Album wesentlich besser als es der Beginn vermuten ließ.

 

Fazit: „Americana“ von Ray Davies trägt die musikalische Ausrichtung ja schon im Titel. Die Platte fängt zwar träge an, entwickelt sich aber zu einem schönen Streifzug durch die Geschichte von Davies, aber auch der amerikanischen Rootsmusik. Country, Rock und Folk werden von The Jayhawks sehr schön interpretiert und in Szene gesetzt. Insgesamt ein schönes (Alters)Werk.

 

http://www.raydavies.info/www/main.php?content=news

 

Text: Torsten Schlimbach

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