Random Willson & Brokof: Brother Equal

Random Willson & Brokof: Brother Equal

Goldrausch Records/Rough Trade

VÖ: 01.09.2017

 

Wertung: 9/12

 

Greg Northrop und Brokof trafen sich einst zum gemeinsamen Musizieren im Popschutz-Studio. Dort begann dann auch die Reise von Random Willson & Brokof, die nun in das Album „Brother Equal“ mündet. Wer bei dem Namen Brokof nun ganz hibbelig wird, dem sei gesagt, dass dieses Album hier nicht unbedingt so klingt, wie es vielleicht die eigene Vorstellung oder Erwartungshaltung vermuten lässt. Northrop hat sich da ausgetobt und Brokof haben das musikalisch umgesetzt. Manchmal auch sehr, sehr minimalistisch.

 

Der Auftakt mit „Own Time“ wäre vor nicht allzu langer Zeit noch in die Neo Folk-Schublade einsortiert worden. „Green Girl“ hingegen ist ein Indierockgeschrammel-Manifest. Das scheppert schon ganz schön. Dazwischen gibt es allerlei bunte Kost, die der Americana-Gemüsesuppe entnommen wurde. „Slow Down“ – Co-Author ist übrigens Fabian Brokof – ist beatlastig, steht aber völlig konträr zum Gesang von Northrop. Disharmonisch fügt sich das aber trotzdem irgendwie zusammen. „Amen“ lebt im Grunde vom kratzigen Gesang und der Mundharmonika. Wäre das eine Dylan-Nummer, würden viele vor Entzückung in die Hände klatschen.

 

„Why Should She“ hingegen ist im Grunde Americana in Reinkultur, könnte aber auch ein Outtake von „Exil On Main Street“ oder „Let It Bleed“ von den Stones sein. „East To West“ hat dann auch noch Bläser am Start – die großartigen The Roots sind hier dabei – und einen Chor gibt es auch noch. Von Soul zu Gospel. Man muss auch mal die Arrangements hervorheben, die sind nämlich durch die Bank sehr gelungen. Auch der Aufbau von „Guru“ und besonders dem schon erwähnten „Green Girl“ stechen hier hervor. Kompositorisch ist das schon die erste Liga und auch die Instrumentierung ist ziemlich fein.

 

Thematisch beschäftigt sich Northrop mit seinem Umzug von New York nach Berlin, aber auch mit dem Zustand unserer Welt. Dies geschieht aber eher aus der Rolle des Beobachters und den berühmten erhobenen Zeigefinger gibt es nicht. Kann man so machen.

 

Fazit: Wer Folk, Americana, aber auch eine Prise Indierock schätzt, wird mit Random Willson & Brokof und deren Album „Brother Equal“ vielleicht sein Lieblingsalbum des Jahres vorfinden. Handwerklich ist das erstklassig umgesetzt worden, die Songaufbauten und die Arrangements sind vorzüglich und der feingliedrige Vortrag sehr authentisch. Schönes Album abseits des Mainstreams – und sehr abwechslungsreich!

 

www.randomwillson.com

 

Text: Torsten Schlimbach

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