Quatro, Scott & Powell

Quatro, Scott & Powell: dito

Warner

VÖ: 27.10.2017

 

Wertung: 7/12

 

Was macht man, wenn man in den 70ern zu den absoluten Superstars zu zählen war, danach die Karriere aber stagnierte und letztlich nur noch der harte Kern der Fans übrig blieb? Immer weiter. Einfach weitermachen. Quatro, Scott & Powell – kurz QSP - können ein Lied davon singen. Einst schrieben die drei Künstler Musikgeschichte und definierten den Glam-Sound der 70er nachhaltig mit. Suzie Quatro (Vocals, Bass), Andy Scott von The Sweet (Vocals, Guitars) und Don Powell von Slade (Drums) haben so manchen Hit zu verantworten und ein Genre nachhaltig beeinflusst. Jetzt, im Herbst der Karriere, traf sich das Trio, um mal ein bisschen zu musizieren. Die Geschichte ließ sich gut an und nach einigen Coverversionen schrieben die älteren Herrschaften plötzlich eigene Songs. Das Ergebnis wurde zunächst in Asien veröffentlicht. Nun gibt es das Debüt – angereichert mit zwei Bonustracks – auch in Europa zu kaufen.

 

Natürlich braucht kein Mensch eine weitere Version von „Just Like A Woman“. Und Dylan sollte man auch nicht mit dem Background des Trio covern, denn dann kann das nur in die Hose gehen. Geschenkt. Man hört dem Album aber definitiv an, dass hier eine Menge Spaß drinsteckt. Und das Ding rockt. „The Price Of Love“ franst dabei nach allen Seiten episch aus. Die größte Überraschung ist der erdige Sound. Wie aus der Garage entsprungen tönt das einem entgegen. „Broken Pieces Suite“ ist natürlich der vertonte Kitsch und da bricht auch mal die Stimme von Suzie Quatro. Aber genau das verleiht dem Album auch seinen Charme.

 

„Slow Down“ ist der Einstieg, den man von drei Hauptprotagonisten der 70er erwarten konnte und darf. Da wird in die Tasten gehauen und ordentlich dem Glamrock gefrönt. „Long Way Form Home“ lässt es ordentlich scheppern. Das wirkt direkt, fast so, als hätte das Trio die Nummer live eingespielt. „Tobacco Road“ lässt den Motor in der Garage ordentlich röhren. „If Only“ und „Bright Lights Big City“ sind klassische Kost. Das kriegt man auch von Coverbands in jeder Kneipe geboten. Das entspannte „Pain“ hört sich nach amerikanischer Truckerkneipe an. Das ist bitte nicht als Kritik zu verstehen, denn die Nummer versetzt einen eben dorthin – egal wo man gerade ist. „Late Nights Early Flights“ kennt man, klingt aber frisch wie selten zuvor. Klar, „Little Sister“ ist im Grunde altbacken, aber der Spaß, den QSP hier rüberbringen überträgt sich auf den Zuhörer. Von „Fever“ braucht man zwar auch keine weitere Coverversion, aber was soll es? „Pain“ als Orchestral-Version ist etwas rührselig, dafür knallt „Tossin´& Turnin´“ umso mehr.

 

Fazit: Die alten Recken Quatro, Scott & Powell zeigen der Musikwelt noch mal, dass man den guten, alten Glamrock auch in das Jahr 2017 übertragen kann, und zwar ohne, dass es peinlich wird. Hin und wieder ist das etwas altbacken, manche Coverversion hätte man auch nicht gebraucht, aber dann wiederum ist das derart gut geölt, baut auf einem erdigen Sound auf und kommt aus der Garage derart rumpelig, dass sich so manche junge Kapelle mit hochrotem Kopf in die Ecke stellen kann.

 

http://www.suziquatro.com/qsp.html

 

Text: Torsten Schlimbach

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