Power Quest: Sixth Dimension

Power Quest: Sixth Dimension

Inner Wound Recordings

VÖ: 13.10.2017

 

Wertung: 7,5/12

 

Es war lange ruhig um Power Quest geworden. Die Band um Leader Steve Williams hat geschlagene sechs Jahre kein neues Studioalbum veröffentlicht. Jetzt gibt es endlich das sechste Werk der Metal-Combo, welches auf den Namen „Sixth Dimension“ getauft wurde, zu hören. Aufgenommen wurden die neun Songs in den Rogue Studios in London. Die Produktion und den Mix übernahm Alessio Caravello. Steve Williams war am Mixing allerdings auch beteiligt. Eigentlich waren Power Quest ja längst Geschichte und die ständigen Besetzungswechsel machten der Band schwer zu schaffen. Es ist ja auch nur noch Steve Williams von der Urbesetzung dabei. Immerhin ist der ehemalige Sänger und Gitarrist Caravello zurück – wenn auch nur auf der technischen Seite.

 

Power-Metal gibt es nun wieder in allen möglichen Varianten auf die Ohren. Mit dem Titeltrack „Sixth Dimension“ haben Power Quest aber auch einen Song im Gepäck, der schon eine dezente Progausrichtung zu bieten hat – mit Popappeal! Wer dabei an Marillion denkt, liegt damit gar nicht so falsch. Natürlich gibt es auch wieder den typischen Hymnen-Charakter wie bei „Kings Of Glory“:  Fäuste gen Himmel gereckt, die Matte geschwungen und ab dafür! Und ja, „No More Heroes“ ist dann sogar als klassischer Hardrock angelegt.

 

„Lords Of Tomorrow“ fängt (gewollt) zeitgemäß an, aber das passt weder zum Genre, noch zu der Band. Das verschwimmt im weiteren Songverlauf zum Glück hinter der klassischen Instrumentierung. Die Drums fallen übrigens in jedem Song auf. Ob Lars Ulrich daran Spaß hätte? „Starlight City“ ist eine Mischung aus Europe und Helloween. „Face The Raven“ wagt sich gesanglich in die ganz hohen Sphären vor und auch „Revolution Fighters“ hat in dieser Hinsicht sehr viel zu bieten. Das ist manchmal aber auch unfreiwillig komisch, so als hätten The Darkness eine neue Platte am Start. Muss man schon ganz dolle mögen. „Pray Fo The Day“ ist dann aber wieder klassisch und sehr melodiös. Die Keyboardflächen werden in „Coming Home“ noch mal auf eine neue Stufe gehoben. Diese sind schon elementare Bestandteile von Power Quest und zeigen ganz deutlich, wer bei der Band das Sagen hat.

 

Fazit: Wer auf melodiösen Power-Metal abfährt – oder zumindest ein Ohr dafür hat – wird mit „Sixth Dimension“ sehr viele schöne Stunden verbringen. Handwerklich ist das sehr gut umgesetzt und auch kompositorisch bekommt man das, was man sich von einem Genrealbum erwartet. Die klare Produktion und die klare gesangliche und musikalische Umsetzung sind genretypisch. Hin und wieder wird sogar ein ganz vorsichtiger Ausflug in Proggefilde unternommen. „Sixth Dimension“ stellt die Metalwelt zwar nicht auf den Kopf, eingefleischte Fans werden aber begeistert sein.

 

http://www.power-quest.co.uk/2016/

 

Text: Torsten Schlimbach

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