Popstickel: Nice

Popstickel: Nice

Motor

VÖ: 15.02.2019

 

Wertung: 7/12

 

Popsicle – englisch für Eis am Stiel – und der Nachname der Brüder Hannes und Andreas Stickel ergeben den Namen für die Band Popstickel, die sie zusammen mit Johan Fink betreiben. Alle haben irgendwie Musik studiert und kommen so aus einer ganz theoretischen Ecke. Eine erste EP wurde vor fast sieben Jahren aufgenommen und veröffentlicht. Kritiker zeigten sich von Beginn an ganz wohlwollend, aber ein Longplayer fehlte bisher. Das ändert sich nun mit „Nice“, dem Debüt von Popstickel.  

 

Die zehn Songs sind sehr groovig. Kein Wunder bei zwei studierten Schlagzeugern und einem studierten Bassisten. Die Band weiß wie das mit dem Rhythmus geht.  Selbst ein eher langsam und sphärischer Track wie „Time Is Ours“ ist durchaus sehr rhythmisch. Die englische Sprache steht dem Trio übrigens ganz gut. Sobald die Herren nämlich auf deutscher Sprache agieren, kriegt das auch immer einen Schuss Komik mit auf den Weg,

 

„Treiben“ erinnert dabei irgendwie an einen dieser Fanta 4-Tracks, wenn die Herren einen auf Künstler machen. Smudo macht gerne solchen Kram. Anderes erinnert an Erdmöbel.  Popstickel sind auf jeden Fall anders als der ganze deutsche Pop-Mist, der einen jeden Tag belästigt. Die Gitarre von „Gib Acht“ ist wunderbar, die vertrackten Rhythmen das Salz in der Suppe. „Spiel“ ist leider weniger gelungen und zu sehr drüber.  Es mangelt da an der Ernsthaftigkeit. Helge Schneider kann so etwas besser. „Lied“ wiederum hat was von Blumfeld und das wiederum ist ja nicht die schlechteste Referenz.

 

„Nice“ ist ganz lässig, hat aber schnell das Zeug einem auf die Nerven zu gehen. Das ist aber ebenso tanzbar wie „Priest“, der vielleicht coolste Song des Albums. „Give Up“ ist soulig, aber mit dem schon erwähnten „Time Is Ours“ folgt der bessere Song. Immer dann, wenn die Band einfach mal laufen lässt, klingt das auch nicht mehr so bemüht.

 

Fazit: Popstickel haben mit „Nice“ ein Album aufgenommen, welches man so nicht in der deutschsprachigen Musiklandschaft findet. Manches klingt aber auch zu verkopft oder zu bemüht. Größtenteils ist das handgemachte Musik, die sehr tanzbar ist. Das Album hat durchaus seine Momente und dürfte den einen oder anderen Abnehmer finden.

 

https://www.popstickel.de

 

Text: Torsten Schlimbach

Empfehlen Sie diese Seite auf:

Empfehlen Sie diese Seite auf:

Druckversion Druckversion | Sitemap Diese Seite weiterempfehlen Diese Seite weiterempfehlen
Dream Out Loud Magazin: © Torsten Schlimbach / Header: © Kai Knobloch