Poets Of The Fall: Clearview

Poets Of The Fall: Clearview

Playground/Edel

VÖ: 30.09.2016

 

Wertung: 4,5/12

 

Aha, die Poets Of The Fall arbeiten jetzt also erstmals mit einem Produzenten zusammen. Für Fans: keine Sorge, das hat jetzt keine Auswirkung auf den Sound! „Clearview“ knüpft nahtlos an das bisherige 08/15 Pseudorockschaffen an. Die zehn neuen Songs mögen andere Namen tragen, könnten aber auch von den Vorgängern stammen. Synthies, polierte Gitarren und Harmonien, die einem Magenkrämpfe verursachenn gibt es auf diesem Album in Hülle und Fülle. Ein Hochglanzprodukt, welches einzig und alleine den Zweck erfüllt, möglichst viele Käufer zu finden. Künstlerischer Anspruch, das Erzählen einer (musikalischen) Geschichte? Fehlanzeige. Alles wie gehabt.

 

„Clearview“ hat wieder diese fiesen Pseudorocknummern am Start, aber natürlich auch die bombastischen Balladen wie „Center Stage“ (sic!), die auch allen Sunrise Avenue-Fans rote Bäckchen vor Freude bescheren wird. „The Labyrinth“ ist der schmalzige Tiefpunkt, für den sich selbst Ville Valo zu schade wäre. Ja, „Drama For Me“ eröffnet das Album schmissig. Opulenter Bombastrock ist ja jetzt nicht grundsätzlich schlecht, hier schon. Das wirkt nämlich alles komplett unecht. Seelenos geht es mit „The Game“ weiter. Ein hochwertiges Produkt. So wie „The Child In Me“. Doch was ist das? Eine Akustikgitarre bei „Once Upon A Playground Rainy“? Huch, das hört sich ja jetzt tatsächlich mal nach Musik an. Der eingängige Refrain und die Hookline gehen sogar recht gut ins Ohr.

 

Wer jetzt aber schon Befürchtungen hatte, dass der bis dahin beschrittene Weg verlassen würde, kann aufatmen, denn mit „Children Of The Sun“ wird das Schmalzfach wieder geöffnet. „Shadow Play“ schwingt dann wieder die Rockkeule, die auch Sunrise Avenue zum Erfolg verholfen hat. Oder umgekehrt. Wer weiß das schon, bei dem belanglosen Radiozeugs. „Crystalline“ plätschert wenigsten unaufdringlich dahin, während mit „Moonlight Kissed“ doch tatsächlich noch mal ein Song mit Streichern und Piano einen auf Klassik macht.

 

Fazit: „Clearview“ ist ein Album, wie man es von Poets Of The Fall erwarten konnte. Plastik. Plastik. Plastik. Und Bombast. Gerne als Ballade, aber auch mal als Pseudorocker. Alles wie gehabt. Auch mit Produzent. Wer Sunrise Avenue mag, wird auch die Poets Of The Fall in sein Herz schließen – oder umgekehrt.

 

http://poetsofthefall.com/

 

Text: Torsten Schlimbach

S U C H E
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