Pitbull: Climate Change

Pitbull: Climate Change

Sony

VÖ: 17.03.2017

 

Wertung: 4/12

 

Mit dem Namen Armando Christian Perez bringt man sicherlich nicht sofort einen der weltweiten erfolgreichsten Superstars in Verbindung. Als Pitbull ist er so ziemlich jedem Musikhörer ein Begriff. Jetzt veröffentlicht der Mann bereits sein zehntes Studioalbum. „Climate Change“ wird auch wieder ein großer Erfolg werden. Um das festzustellen braucht es keine prophetischen Fähigkeiten. Zu den 6 Millionen verkaufter Alben und 70(!) Millionen Singles, die er an die Frau und den Mann gebracht hat, gesellen sich nun noch einige Einheiten dazu. Der Mann wird auch 2017 wieder im Erfolg baden. Warum eigentlich? Ja, warum eigentlich, denn die Frage stellt sich auch nach „Climate Change“!

 

Vielleicht liegt es ja an seinem Händchen für die Gäste und Kollaborateure, die auch auf seinem neuen Album wieder sehr prominent sind: Robin Thicke, Joe Perry, Flo Rida, Enrique Iglesias, Jennifer Lopez, Stephen Marley, Jason Deruila, Leona Lewis und R. Kelly – noch Fragen? Und dabei ist diese Aufzählung nicht mal abschließend. An der billigen Wegwerf- und Gebrauchsmusik ändert das aber überhaupt nichts. „Only Ones To Know“ wäre auch zu Beginn der 90er schon ein Grund zum Fremdschämen gewesen. Wir erinnern uns an Eurodance und Konsorten – und dies nur sehr ungern.

 

Wie sagt man an dieser Stelle so schön? Der Erfolg heiligt die Mittel!? Oder auch gerne genommen: Der Erfolg gibt ihm recht! Überall diese Hektik und Aufgeregtheit. Und diese Bollerbeats. „Dedicated“ mit R. Kelly ist ein weiterer negativer Höhepunkt. Na gut, im direkten Duell mit „We Are Strong“ ist das natürlich dann doch noch die hohe, künstliche Musikkunst. Wie kann man nur auf die Idee kommen „Love Is A Battlefield“ von Pat Benatar derartig zu vergewaltigen? Auch hier wartet natürlich die eingestreute Fröhlichkeit für das Partyvolk. Ballermannmusik.

 

Lichtblicke gibt es kaum. Bei „Bad Man“ bemüht sich Joe Perry wirklich, aber letztlich geht auch das nur, wenn man mindestens 10 Atü auf dem Zylinder hat. Und so geht es munter und fröhlich durch dieses Album. Na gut, nicht nur. „Sexy Body“ ist ja fast schon ein typischer Jennifer Lopez Song. Nicht, dass die Nummer dadurch besser werden würde. Einzig und alleine bleibt das entspannte und reduzierte „Options“ hängen und ragt aus diesem Soundbrei heraus. Dies liegt aber nicht etwa an Pitbull, sondern an Stephen Marley. Es ist letztlich nämlich ein Marley-Track wie er im Buche steht und da schafft es selbst Pitbull nicht mehr das Lied zu zerstören, auch wenn er sich redlich Mühe gibt.

 

Fazit: Pitbull veröffentlicht mit „Climate Change“ mal wieder ein neues Album. Oder anders gesagt: ein Hochglanzprodukt ohne Seele. Das Partyvolk mit Ambitionen für den schnellen Konsum wird hier mal wieder bestens bedient. So schnell wie es ihm Ohr ist, bleibt es auch drin – es hört sich nämlich sowieso ein Track wie der andere an. Stellt sich nur die Frage, wie sich Stephen Marley auf dieses Album verirren konnte. Vermutlich hat er den Rest nicht gehört.


http://climatechange.pitbullmusic.com/

 

Text: Torsten Schlimbach

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