Peter Heppner: Confessions & Doubts/TanzZwang

Peter Heppner: Confessions & Doubts/TanzZwang

Sony

VÖ: 28.09.2018

 

Wertung: 7,5/12

 

Peter Heppner und Dirk Riegner hatten in den letzten sechs Jahren einen richtigen Lauf. Es sammelten sich jede Menge Songideen an, von den letztlich eine ganze Menge umgesetzt werden konnten. Allerdings war das Material komplett unterschiedlicher Natur. Warum also nicht gleich zwei Alben veröffentlichen? Genau das macht Peter Heppner nun. Unter Größenwahnsinn kann man das nicht verbuchen. Es wäre ja schade, wenn viele Songs zunächst in der Schublade oder den Archiven verschwinden würden, nur weil sich der Künstler scheut zwei völlig unterschiedliche Alben gleichzeitig zu veröffentlichen!

 

„Conressions & Doubts“ ist vermutlich das Werk mit dem meisten Potenzial viele Leute zu erreichen. Hier frönt Peter Heppner dem Pop. Ich komme an dieser Stelle nicht umhin ein paar persönliche Worte einfließen zu lassen. Eigentlich kann ich weder mit der Musik, noch mit der Person Peter Heppner etwas anfangen. Irgendwas hat der Mann aber, dass er es immer wieder schafft mich abzuholen. Es muss diese wunderbare Klangfarbe der Stimme sein. Diese überbordende Melancholie, die Songs wie „Viele Schöne Stunden“ oder ganz besonders „Good Things Break“ innewohnt, ist schon ein ganz guter Türöffner für alle. „Gib Mir Doch´n Grund“ ist eigentlich Schlager. Es müsste nur anders in Szene gesetzt zu werden. Heppner der Fuchs weiß aber, dass er das eben auch anders bewerkstelligen kann und somit umschifft er die Peinlichkeitsgrenzen dann doch ganz geschickt.

 

Natürlich ist auch Joachim Witt auf diesem Album zu hören. Die beiden Wege kreuzen sich ja immer mal wieder. „Was Bleibt?“ ist dann auch ein typischer Track mit allen Trademarks der Herren. „Herz (Metropolis)“ hat auch Hitpotenzial, obwohl die düstere Atmosphäre und der Text da nicht ganz in den Mainstream dieser Tage passen. „Chance“ ist leider eher ein Albumfüller und klingt etwas nach dem Baukasten, aus dem man sich eben seit ein paar Jahren bedient. „Theresienstadt: Hinter Mauer“ ist ein extremer Abschluss. Über Theresienstadt muss man ja hoffentlich nicht viele Worte verlieren! Da kann man schon mal einen ganz dicken Kloß im Hals haben! Berücksichtigt man die Vergangenheit von Heppner, wo er in bestimmte Ecken gedrängt wurde oder auch zu finden war – daran scheiden sich die Geister und einige Interviews in höchst zweifelhaften Medien verstärken diesen Eindruck zusätzlich – dann lässt das schon mal aufhorchen. Mir persönlich waren die Künstler Heppner und Witt jedenfalls in dieser Hinsicht immer suspekt.

Man muss kein großer Hellseher sein um zu vermuten, welcher Stil auf dem Album „TanzZwang“ zu finden ist. Immer dann, wenn ein Track in diese Richtung ging, hat Heppner Rieger angeblich „TanzZwang“ zugerufen. Wie immer bei solchen Geschichten ist das Geschmackssache. Meiner ist es nicht. Von „...Und Ich Tanz´“ gibt es zu Beginn gleich zwei Remixe. Nun ja, so hören sich heutzutage eben solche Remixe an. „Fremd In Diesem Land“ könnte auch wieder in den falschen Hals geraten und zu Missverständnissen führen. Gewollt oder nicht, man kennt es ja schon von Wolfsheim. Die Schwermut, die bei Heppner immer mitschwingt, ist in „Hermann Hesse: Im Nebel“ zu finden. Jeder ist alleine, referiert Heppner da. „I Will Hurt You“ ist allerdings eine ziemlich coole Geschichte. Die Nummer knallt. „Just One Word“ ist im mal wieder ein typischer Peter Heppner-Song, der mit ein paar tanzbaren Beates aufgepeppt wurde. Schiller hat einen Remix von „Once Again“ angefertigt, der verträumt und schwelgerisch angekrochen kommt. Das Stück wird opulent aufgebaut und passt hervorragend zu der Stimmung, die der Gesang auszudrücken vermag. „Sedate Yourself“ im Yann Lauren Remix ist mit allerlei modernen Mitteln angereichert worden. Nun ja. „Standing Tall“ mäandert zum Schluss etwas ziellos herum, die Stimme rettet das ganze Stück aber – bis die tanzbaren Beats einsetzen. Aber Tanzwütige sehen das sicher anders.

 

Fazit: Peter Heppner hat zwei unterschiedliche Alben aufgenommen. Mir persönlich gefällt das Popwerk wesentlich besser. Die Schwermut, die bei Heppner immer präsent ist, haftet allerdings beiden Werken an. Thematisch wird das an der einen oder anderen Stelle wieder polarisieren und falsch verstanden werden. Letztlich dürften seine Anhänger mit beiden Alben wieder sehr glücklich werden!

 

https://de-de.facebook.com/peterheppneroffiziell/

 

Text: Torsten Schlimbach

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