Peals: dito

Peals: dito

Recordjet/Soulfood

VÖ: 11.05.2018

 

Wertung: 8/12

 

Na, wo möchten wir denn hin? Ins Radio oder doch eher auf die Titelseiten der Indiegazetten? Die Frage muss man sich durchaus stellen, wenn man sich das selbstbetitelte Album der Peals anhört. Produziert wurde die Sause von Kurt Ebelhäuser. Der Mann hat ja nun schon aus so mancher Band Großartiges herausgekitzelt. Auch mit diesen elf Songs ist es ihm wieder gelungen, die Essenz der Westfalen herauszuarbeiten. Da passiert in 40 Minuten eine ganze Menge.

 

Mit „Buildings And Savings“ geht es noch poppig harmlos in die elf Songs hinein. „Radiation-Safe“ kommt dann schon eine ganze Spur rockiger auf den Punkt. Das erinnert sogar ein bisschen an die tollen Donots – mit denen Ebelhäuser ja auch schon gearbeitet hat. „The Tenant“ drosselt das Tempo etwas und hat eine tolle musikalische Erzählstruktur. Der Gesang wechselt sogar in die Kopfstimme. Das ist ja eigentlich immer eine zweifelhafte Geschichte, hier passt das aber wie Arsch auf Eimer! „Without A Sound“ kommt ganz langsam angekrochen. Es dauert, bis die Nummer so richtig startet. Da bleibt zunächst Schlagzeug und Bass hängen – es groovt wie Sau. Die Gitarre dengelt immer wieder schön dazwischen. Schrammeliger Indierock wird mit „Missing Brothers“ geboten, während „Salvation And The Power“ gemäßigter Punkrock ist. Die typische Ebelhäuser-Schule kommt da sehr gut zum Vorschein.

 

„Onyl Trouble“ ist lässig bis zum geht nicht mehr. Die Peals sind schon eine Band, die weiß was ein ordentlicher Groove bedeutet. Es muss dabei nicht immer laut zugehen. „I Never Make Things Right“ schrammelt dafür wieder ganz ordentlich. Für die Live-Shows dürfte sich auf diesem Album der eine oder andere Kracher hier finden. „Hear The Voice“ ist ziemlich düster und hat auch stimmlich die komplette Klaviatur zu bieten. Selbst hinter dem Lärm von „Moon“ findet man die schönste Popmelodie wieder. „Best For Last“ ist vielleicht nicht der beste Song des Albums, bringt aber ziemlich genau auf den Punkt worum sich die Welt der Peals musikalisch dreht.

 

Fazit: Die Peals zeigen mit ihrem selbstbetitelten Album, dass es durchaus eine Verbindung zwischen Pop und Indie gibt. Da wird ordentlich gegroovt, aber auch geschrammelt was die Saiten hergeben. Kurt Ebelhäuser hat das Beste aus der Band herausgeholt. Hier dürften sich alle Alternativjünger wiederfinden und selbst die Pophörer finden da jede Menge tolle Melodien und Hooklines, dass auch sie sich mit diesen elf Songs arrangieren können. Popradio und Indiegazetten geht also auch parallel.

 

http://www.decemberpeals.com/

 

Text: Torsten Schlimbach

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Dream Out Loud Magazin: © Torsten Schlimbach / Header: © Kai Knobloch