Paul Young: Good Thing

Paul Young: Good Thing

ADA/Warner

VÖ: 15.04.2016

 

Wertung: 6,5/12

 

Die besten Tage im Musikgeschäft sind für Paul Young längst vorbei. „No Parlez“ und „The Secret of Association“ waren in den 80ern zwei Volltreffer, die Young in seiner englischen Heimat zum Star machten. Auch „Between To Fires“ und „Other Voices“ liefen dort noch ganz ordentlich, abseits der Insel stieß das aber kaum noch auf Interesse. Danach dümpelten seine Alben so daher und er war auf der Suche nach einer eigenen musikalischen Identität. Er wusste am Ende selbst nicht mehr so genau, was denn die Leute eigentlich von einem Paul Young Album erwarten würden. Das ist aber auch der denkbar schlechteste Ansatz, denn wenn ein Künstler versucht die Erwartungen zu erfüllen, geht dann nicht die eigene Identität flöten? Mit seinem neuen Werk „Good Thing“ ist er mit Arthur Baker einem anderen Ansatz gefolgt.

 

Man wählte gemeinsam zehn Songs aus, welche die musikalische Sozialstation von Paul Young auf gewisse Weise widerspiegeln. Ein Coveralbum also. Das hat ja schon ganz anderen Künstlern zu neuem Ruhm verholfen. Ein Rod Stewart hat darauf ja einen Großteil seines Spätherbstes aufgebaut. Paul Young dürfte mit „Good Thing“ eine ältere Zuhörerschaft ganz sicher auch erreichen. Den alten Bee Gees Schmachtfetzen „Words“ kennen beispielsweise noch genug Menschen in gesetzterem Alter, sodass auch die Interpretation von Young gefallen dürfte. Das furchtbar kitschige „L-O-V-E“ geht ja in eine ähnliche Richtung.

 

Was hat dagegen doch „Your Good Thing (Is About To Me)“ für Pfeffer im Hintern. Hier zeigt sich dann auch das einzige Mal, dass Young ein ganz guter Sänger ist. Der Blues ist dann auch die mit Abstand beste Interpretation des Albums. Vieles bleibt einfach zu harmlos und zu gefällig. „Touch A Hand, Make A Friend“ der Staple Singer fehlt jeglicher Biss. Den gibt es bei „Back For A Taste Of Your Love“ glücklicherweise wieder. Geht doch. „Slipped, Tripped And Fell In Love“ von den Peebles ist auch eine ganz schmissige Soul-Interpretation. Der Rest ist dann wenig spektakulär.

 

Fazit: „Good Thing“ von Paul Young ist ein nettes Coveralbum mit meist harmlosen und wenig originellen Interpretationen. Paul Young spielt seine stimmlichen Qualitäten einfach zu wenig aus. Immerhin verfolgt dieses Werk einen roten Faden und den älteren Semestern dürfte selbiges gefallen, ist der Wiedererkennungswert doch recht hoch - auch wenn es manchmal Songs der zweiten Reihe sind.

 

http://paul-young.com/

 

Text: Torsten Schlimbach

S U C H E
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