Patrice: The Rising Of The Son

Patrice: The Rising Of The Son

Supow Music/Groove Attack

VÖ: 28.08.2013

 

Wertung: 7,5/12

 

Das sechste Album von Patrice wird seit Monaten mit einiger Spannung erwartet. Bei den Fans rauchen die Köpfe und die Diskussionen reißen nicht ab. Besonders der Stil von „The Rising Of The Son“ gibt Anlass für jede Menge Spekulationen. Sein letztes Werk - „One“ - wurde ja bereits kontrovers diskutiert. Die Zeit nach diesem Album ist Patrice zudem vermehrt als Produzent in Erscheinung getreten. Er hat sein Repertoire und seinen Horizont seit 2010 also noch mal ein ganzes Stück erweitert. „The Rising Of The Son“ ist nun das vorläufige Ergebnis.

 

Für dieses Album standen viele Stationen auf dem Plan. Von Deutschland ging es nach Frankreich und von dort verschlug es Patrice nach England, nur um schließlich dort zu landen, womit man seinen Sound sowieso assoziiert: Jamaika. Das Tuff Gong Studio stand dabei selbstverständlich auch auf der Reiseroute. Es wäre aber sicher zu viel des Guten, wenn man nun einen Hauch von Bob Marley auf diesem Album suchen würde. Musikalisch diente selbiger sowieso immer als Inspiration. Textlich hat sich bei Patrice nicht viel verändert. Er ist die gute Seele und das mahnende Gewissen zu gleichen Teilen. Die Missstände dieser Welt gilt es anzuprangern, dabei sollen aber auch immer positive Auswege aufgezeigt werden, das ist eben Patrice. Jammern sollen doch bitteschön die Anderen.

 

„The Rising Of The Son“ schlägt einen Bogen durch die gesamte Karriere von Patrice. „Boxes“ geht sogar bis zu seinen Anfängen zurück. Reggae ist eben die Basis. Anderes wiederum überrascht. „Alive“ hat sich ein bisschen was bei James Blake abgeguckt, jenem Wunderkind, welches Dubstep auf eine neue Ebene gehoben hat. Man muss sich an den Sound erst gewöhnen. „Cry Cry Cry“ ist eine Mischung aus Afrobeat, Pop und Dancehall. „Hippies With Guns“ lugt gar auf seine ganz eigene Weise zum Singer/Songwriter Genre rüber. „God Bless You La La La“ packt gar noch den Rock in diese Wundertüte. „Making Ways“ schüttelt noch mal alles gut durch und leider fehlt dann nach hinten raus etwas der rote Faden. Das entspannte „Lover Man“ holt einen aber wieder aus der Lethargie heraus. Freunde der Balladen kommen mit „Faces“ voll und ganz auf ihre Kosten. Die wunderbare Selah Sue drückt dem Stück ihren Stempel auf. Stimmlich ist übrigens „Venusia“ herausragend. „Every Second“ und „One Day“ sind durchaus noch mal mit den Karriereanfängen von Patrice zu vergleichen, während „1 in 7“ für ordentlich Betrieb sorgt. „Good Tomorrows“ entlässt einen mit einer Mischung aus Soul, Gospel und R&B.

 

Fazit: Patrice serviert uns mit „The Rising Of The Son“ eine große musikalische Wundertüte. Hier ist alles drin und alles dabei. Trotzdem schafft es der Künstler sich seinen unverwechselbaren Stil beizubehalten. Ein paar Längen hier und da sind trotzdem nicht von der Hand zu weisen und manchmal gehen auch etwas die Gäule mit ihm durch und dann schießen die Sounds wie Kraut und Rüben aus den Boxen. Macht aber durchaus eine Menge Laune und für Abwechslung ist auch auf dem sechsten Album gesorgt. The Rising Of The Son? Schon! Patrice ist definitiv zurück.

 

http://www.patrice.net/

 

Text: Torsten Schlimbach

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