Paolo Conte: Live In Caracalla

Paolo Conte: Live In Caracalla

BMG

VÖ: 09.11.2018

 

Paolo Conte gelangte als Liedermacher zu Weltruhm. Eigentlich ist der Mann ja Anwalt, aber als Künstler machte er sich ebenso einen Namen. Conte ist Komponist, Multiinstrumentalist und Maler. 1974 gab er seine juristische Tätigkeit ganz auf und widmete sich ab da vollständig der Musik. Jetzt veröffentlicht er mit „Live In Caracalla – 50 Jahre Azzuro“ ein neues Album. Enthalten sind hier Aufnahmen zweier Konzerte, die am 14. und 15. Juni stattfanden.

 

Der Zusammenschnitt aus den beiden Konzerten ist für Fans sicher eine ganz tolle Geschichte. Neue dürften damit aber kaum dazu kommen. Paolo Conte ist einfach zu speziell. Die Musik, die oftmals im Jazz zu finden ist, ist dabei weniger gemeint. Der Nichtgesang von Conte verlangt einem hin und wieder aber schon einiges ab. Bei „Rataflà“ setzt er seine Stimme zum Teil als zusätzliches Instrument ein. Mike Patton wird es lieben. „Sotto Le Stelle Del Jazz“ erinnert wiederum an den Gesang von Louis Armstrong.

 

Musikalisch ist das jazzige „Come Di“ natürlich die ganz hohe Kunst. Das ist verspielt, toll arrangiert, üppig ausstaffiert und trotzdem ungemein leichtfüßig. Conte hat natürlich auch Balladen im Repertoire. Trotzdem ist beispielsweise „Snob“ weit von dem Kitsch entfernt, den man gemeinhin in diesem Metier vermuten würde. Seine kratzige Stimme, die bisweilen sogar verlebt klingt, würde das auch nicht zulassen. „Recitando“ und „Eden“ gehen in eine ganz ähnliche Richtung. Das ist musikalisch durchaus verträumt, allerdings (zer)stört der Gesang von Conte die Nummer.

 

„Dancing“ steht dann wieder für den galoppierenden Jazz. Vor dem ganz großen Hit gibt es noch das schön getragene „Le Chic Et Le Charme“ mit ungewöhnlichen Gesangseskapaden von Conte. Muss man eben mögen. „Azzurro“ kennt natürlich auch heute noch jeder. Mir persönlich gefällt die Interpretation von Celentano wesentlich besser. Oder von mir aus auch von den Toten Hosen.

 

Fazit: „Live In Caracalla“ ist sicherlich ein schöner Querschnitt von Paolo Conte mit einer wirklich erstklassigen Band im Rücken. Die Art des Gesangs und Phrasierung muss man allerdings mögen. Mich kann Nichtsänger Conte jedenfalls in keinster Weise abholen, da nützt es leider auch nichts, dass die Umsetzung der Band wirklich erstklassig ist.

 

http://www.paoloconteofficial.com/

 

Text: Torsten Schlimbach

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Dream Out Loud Magazin: © Torsten Schlimbach / Header: © Kai Knobloch