Otto Normal: Wieder Wir

Otto Normal: Wieder Wir

Jazzhaus Records/in-Akustik

VÖ: 04.05.2018

 

Wertung: 7/12

 

Otto Normal sind seit sieben Jahren im Musikgeschäft unterwegs und können mittlerweile mit einigem Stolz auf mehr als 300 Liveshows zurückblicken. Über den Geheimtipp sind die Freiburger allerdings auch noch nicht hinausgekommen. Irgendwie schaffen es immer die Vollpfosten nach oben. Vielleicht geht für Otto Normal ja jetzt was mit dem neuen Album „Wieder Wir“ - ohne den Vollpfostenpart. Die letzten zwei Jahren werkelten die fünf Herren an diesen Songs, die jetzt für alle das Licht der Welt erblicken.

 

Otto Normal paaren Rap mit Pop. Sie werden es nicht gerne hören, aber das erinnert natürlich auch irgendwie an Cro. Und so eine fröhliche Nummer wie „So Lange Her“ könnte man sich eben auch von dem Pandabärchen vorstellen. Das fluffige „Lang Lebe Die Liebe“ sowieso. Passender Soundtrack zum aktuellen Aprilsommer. Der Bruch folgt dann mit „In Flammen“. Vorbei ist die Fröhlichkeit. Die ganze Scheiße, die sich die letzten Jahre auf der Welt ereignete und jeden Tag auf ein Neues einen wieder hilflos erscheinen lässt, wird da thematisiert. Lasst uns die Kacke einfach für einen Neuanfang anzünden.

 

„Jurassic Park“ ist der passende Song im Anschluss. Musikalisch klingt das allerdings wie so vieles andere auch. Die Art des Sprechgesangs setzt sich da kaum von der Masse ab. Da kommt „Letzter Tanz“ in seinem ruhigen und durchdachten Aufbau wesentlich dringlicher daher. Fayzen kommt einem da in den Sinn. Mit „True Romance“ gibt es auch im zweiten Drittel einen schön groovigen, tanzbaren Track. Cooler Bass. „Alle Wow“ ist auf Seiten des Textes ja ganz nett, aber musikalisch passiert da absolut nichts Aufregendes, „Alter Mann“ erzählt eine schöne Lebensgeschichte – Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft – und kann auch musikalisch durch verschiedene Tempowechsel punkten. „Ich Bin Meer“ erinnert an Casper und kann somit per se nicht schlecht sein. „Schritt Für Schritt“ kommt noch mal im sonnigen Cro-Style daher, bevor „Sonne“ ein ziemlich starker Abgang ist – in all seiner Form.

 

Fazit: Otto Normal hauen mit „Wieder Wir“ ein Album mit fröhlichen Songs raus, welches durchaus im Cro-Umfeld auch auf Wohlwollen stoßen wird. Besser sind die dringlichen Songs mit einer Aussage und die Bestandsaufnahme über den Zustand der Welt. Da kann man schon mal schlucken! Insgesamt hat das Album aber zu wenige Merkmale, die es vom großen Genregedöns abheben.

 

http://www.otto-normal.com/

 

Text: Torsten Schlimbach

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Dream Out Loud Magazin: © Torsten Schlimbach / Header: © Kai Knobloch