Otherwise: Defy

Otherwise: Defy

Mascot Label Group/Rough Trade

VÖ: 08.11.2019

 

Wertung: 7/12

 

Otherwise aus Las Vegas sind eine dieser typischen amerikanischen Bands, deren Sound immer nach dicker Hose klingt. Vielleicht ist das der Grund, warum die Band bei uns eher ein Nischendasein fristet. Papa Roach, Limp Bizkit oder Korn waren bisher um einiges erfolgreicher. Mit „Defy“ versuchen Otherwise aber nun wieder die komplette Welt zu erobern. Ob dies mit dem vierten Werk gelingen wird, muss allerdings doch bezweifelt werden.

 

Die elf Songs sind auch in der vierten Runde wieder amtlich produziert worden. Die Hose ist ganz dick. Zwischen laut und leise, höchst melodisch und Geschrei pendelt das hin und her. Das möchte gerne alternative Musik sein, aber eine Nummer wie „Picking At Bones“ kann dann doch nicht darüber hinwegtäuschen, dass es letztlich Popmusik für den Mainstream ist. Das kann man auch so in jedes Stadion stellen. Mitsingpassagen gibt es ja genug. „Ain´t Don Yet“ versucht sich danach wieder am Nu Metal abzuarbeiten. Schlecht ist das alles sicher nicht, aber man muss das schon mögen und das Genre hat ja auch schon einen ganz langen Bart. „Bro Trip“ lädt zum Hüpfen ein, hat auf der anderen Seite kaum etwas Neues hinzuzufügen. Eine Prise Emo kommt aber auch beim Hörer an.

 

„Money“ ist der gesellschaftskritische Track, welcher auch unglaubliches Hitpotenzial hat. Die Hookline ist schon groß! „Crossfire“ weitet die elektronischen Spielchen noch etwas aus und schwupps wird man an Linkin Park erinnert. „Lifted“ hat Hitpotenzial, keine Frage. Das dürfte auch bei einer jüngeren Zielgruppe gut ankommen. Eine Nummer wie „Goliath“ ist hingegen furchtbar langweilig. Das klingt schlicht und ergreifend nach Nu Metal-Boyband. „Don´t Even“ ist zwar unglaublich aufgeblasen, aber man nimmt der Band durchaus die dicke Hose ab. „Fame And Miss Fortune“ wird auch allen Imagine Dragons-Fans gefallen. Ein Brett wie „Unbreakable“ ist nett, hat aber die hinlänglich bekannte Genre-Kost zu bieten. „Good Fight“ ist zum Schluss noch mal ein ordentlicher Tritt in die Eingeweide und hinterlässt somit einen positiven Eindruck.

 

Fazit: Otherwise hauen mit „Defy“ ein ordentliches Album raus. Die Zutaten sind zwar altbekannt und auch das Nu Metal-Genre, in dem sich die Band bisweilen bewegt, ist ausgelutscht, aber das macht nichts. Den Jungs von Otherwise nimmt man durchaus ab, was sie da bewerkstelligen. Hin und wieder ist das zu anbiedernd, aber das Mainstreampublikum will ja auch versorgt werden und die Imagine Dragons feiern ja auch große Erfolge. Alles in allem ist das ein überzeugendes Werk.

 

https://otherwisemusic.com/

 

Text: Torsten Schlimbach

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Dream Out Loud Magazin: © Torsten Schlimbach / Header: © Kai Knobloch