Otherkin: OK

Otherkin: OK

Rubyworks/ADA/Warner

VÖ: 29.09.2017

 

Wertung: 8,5/12

 

Als Otherkin bezeichnet man Menschen, die sich selber nicht mehr als Menschen identifizieren. Manche tun das nur teilweise, andere komplett und wieder andere leben das nur online aus. Ähnlich wie Menschen, die Transgender sind, fühlen sich die Otherkins in ihren menschlichen Körpern dysphorisch. Ob die vier Jungs aus Dublin, die ihre Band Otherkin benannt haben, auch so fühlen, sei mal dahingestellt. Mit dem Debüt „OK“ füllen sie jedenfalls die musikalische Nische aus, die seit einiger Zeit brach liegt. Gegründet wurde die Kapelle im Jahr 2014. Eigentlich haben die Musiker alle einen unterschiedlichen Background, aber die gemeinsame Liebe für The Clash, The Ramones, Blur und die Queens Of The Stone Age führte schließlich dazu, dass man schnell einen gemeinsamen Nenner fand. DIY schrieb man sich auf die Fahnen. Die BBC wurde schnell auf Otherkin aufmerksam und puschte die Band ganz gewaltig. Mittlerweile darf das Quartett auch schon die größeren Festivals beehren. „OK“ wird nun ganz sicher dafür sorgen, dass die Fangemeinde weiter wachsen wird.

 

Die zwölf Tracks auf „OK“ werden alle Menschen mit Hang zu einem gepflegten Rock-Abriss begeistern. Die Band wird von den einschlägigen Medien mittlerweile in viele Schublade einsortiert. Da ist von Britpop über Grunge, natürlich Punk bis hin zu New Wave alles dabei. Otherkin selber bezeichnen ihre Ausrichtung übrigens als Grunge Pop. Hört man sich das ungemein eingängige „Come On, Hello“ an, dann wird da tatsächlich ein Schuh draus. „Enabler“ bringt dazu noch den Staub aus der Wüste unter. Vieles auf „OK“ kommt allerdings frisch aus der Garage. „Razorhead“ poltert alles nieder. Die Strokes klangen einst auch so ungestüm. „Treat Me So Bad“ geht ebenfalls in diese Richtung.

 

Und na klar, „Feel It“ verbreitet auch noch diesen ungestümen Punk-Vibe. „´89“ gefällt durch die vielen Tempowechsel und feiert sämtliche Spielarten des schnellen, dreckigen Rock and Rolls ab. Und dann lauern überall diese Hooklines – beispielsweise bei „Yeah I Know – die sich den ganzen Tag im Ohr festsetzen. Wenn man eine Band als Referenz heranziehen müsste, dann wären das in erster Linie The Strokes. „Bad Advice“ legt dann sogar noch mal an Geschwindigkeit zu. The Hives sind da auch nicht mehr weit entfernt. „I Was Born“ plätschert zwar auch etwas uninspiriert dahin, aber mit „React“ fallen die jungen Herren schon wieder schwankend aus der Garage. Das ist nur der Jugend vorbehalten ohne aufgesetzt zu wirken. Mit „So So“ wird es zum Schluss gar noch ein bisschen düster. Mit mehr als fünf Minuten ist das der mit Abstand längste Song auf „OK“.

 

Fazit: „OK“ von der Dubliner Band Otherkin ist ein ungestümes Rock and Roll Debüt. Zwischen Punk und Garage wird da alles ausgelotet. Die Unbekümmertheit der Jugend wirkt dabei sehr authentisch. Unter dem ganzen Dreck und Rotz sind jede Menge Ohrwurmmelodien. Gut, dass es endlich wieder eine Band gibt, die dieses Feld neu bestellt und beackert!

 

http://www.otherkinok.com/

 

Text: Torsten Schlimbach

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