Oonagh: Märchen Enden Gut (Märchenedition)

Oonagh: Märchen Enden Gut (Märchenedition)

Universal

VÖ: 03.11.2017

 

Man hat ja schon öfters von Schauspielern gehört, die sich dann auch mal im Musikgeschäft versuchen. Was dabei oftmals herauskommt, ist von eher zweifelhafter Qualität. Wenn es sich dabei auch noch um ein Soap-Sternchen handelt, dann sind sämtliche Alarmglocken in Bereitschaft. Im Falle von Senta-Sofia Delliponti liegen die Dinge allerdings etwas anders. Zuerst war da der Gesang und dann kam die Karriere als Schauspielerin und Musical-Darstellerin hinzu. Mit dreizehn Jahren nahm sie an der Casting-Show Star Search teil und belegte den zweiten Platz. Erst 2010 stieg sie bei „Gute Zeiten, Schlechte Zeiten“ ein und erlangte damit eine größere Aufmerksamkeit. Letztes Jahr legte sie unter dem Künstlernamen Oonagh mit „Märchen Enden Gut“ schon ihr drittes Album vor. Bisher lief es überragend für sie. Jetzt folgt der Nachschlag in Form einer Märchenedition. Hier liest Delliponit Kurzgeschichten, die mehr oder weniger, passend zu den Songs sind.

 

Oonagh war eine Feenkönigin und ist der keltischen Mythologie entliehen. Hört man sich diese Platte an, dann wird schnell klar, warum sie sich ausgerechnet diesen Namen ausgesucht hat. Dieser esoterische Kitsch macht einen richtiggehend sprachlos. Was soll das werden? Der Versuch sich als eine deutsche Ausgabe von Enya zu positionieren? Ein Hommage an Mutter Erde? Texte in elbischer Sprache? Herrschaftszeiten! Wer seinen Namen gerne tanzt, wird mit dieser Platte sicher sehr glücklich werden. Eigentlich war man doch froh, dass Ethno-Pop längst der Vergangenheit angehört hat. Senta-Sofia Delliponti macht dies mit 19 Songs wieder zunichte. Ihre neuen Buddies von Santiano sind bei „Das Märchen Und Die Liebe“ auch wieder am Start.

 

Der Gesang steht dabei sicher nicht im Mittelpunkt der Kritik, denn dieser geht in dem ganzen Brei fast komplett unter. Musik und Texte lassen einem teilweise das Blut in den Adern gefrieren. Es ist nicht alles schlecht und immer dann, wenn so eine mittelalterliche Komponente dazu kommt, dann wird es sogar richtig gut. „Numenor“ dürfte zumindest allen Mittelalterfans gefallen. Oonagh bittet dann zum Minnegesang. Bei „Der Fahle Mond“ passen sogar die dezenten Klänge dazu. Demnächst wird dazu auf den Mittelaltermärkten zum Tanz gebeten. Danach wird einem allerdings wieder einiges abverlangt und man muss aufpassen, dass einem die Ohren nicht verkleben. Und so geht es weiter und weiter und weiter und man ist froh, dass man es mit „Willst Du Noch Träumen“ dann endgültig überstanden hat.

 

Die Märchen der zweiten CD basieren auf den Liedern des eigentlichen Albums und wurden zusammen mit Lukas Hainer zu Kurzgeschichten verfasst. Die einzelnen Tracks werden dann auch entsprechend mit der Musik der ersten CD eingeleitet. Gelesen und vorgetragen wird das von Senta-Sofia Delliponti. Sie macht das sehr gut, die Phrasierung ist schon ziemlich perfekt. Sie hat zudem eine schöne Stimme, die diesen Geschichten eine entsprechende Atmosphäre verleiht. Man merkt schon, dass die Dame gelernte Schauspielerin ist und ihr Handwerk, nämlich die Sprache, beherrscht. Teilweise wird der geneigte Zuhörer durchaus bekannte Märchen, wenn auch in abgewandelter Form, wiedererkennen. Fabelwesen spielen dabei ebenso eine Rolle, wie Menschen, die all ihren Mut aufbringen müssen und natürlich geht es letztlich um die Liebe in ihrer ehrlichsten Form. Dies ist alles familiengerecht aufbereitet worden und somit können da auch die Kleinsten zuhören.

 

Fazit: Senta-Sofia Delliponti wird Mutter und von daher ist es nicht weiter verwunderlich, dass sie sich nun auch noch mal verstärkt dem Vorlesen widmet. Das wird in den nächsten Jahren ja auch ein Stück ihr Privatleben bestimmen. Sie legt nun von „Märchen Enden Gut“ eine Märchenedition auf. Die zweite CD beinhaltet dann Kurzgeschichten, die mit den Texten der eigentlichen Songs, aber auch der Musik verbunden sind. Die Dame trägt die Geschichten wirklich gut vor. Für das eigentliche Album gilt: wer sich in der esoterischen Ecke heimisch fühlt, wird mit Oonagh von Senta-Sofia Delliponti sein Bewusstsein garantiert erweitern. Alle anderen können ja mal den Selbstversuch wagen, ob sich bei Musik und den Lyrics tatsächlich die Fußnägel kräuseln können. Immerhin muss man der jungen Sängerin hoch anrechnen, dass sie hier keine Sicherheitsnummer fährt und im Einheitsbrei versinkt. Dieses Projekt ist definitiv anders und das kann man durchaus auch mal anerkennen.

 

http://www.universal-music.de/oonagh/home

 

Text: Torsten Schlimbach

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