Olly Murs: 24 HRS

Olly Murs: 24 HRS

Sony

VÖ: 11.11.2016

 

Wertung: 4/12

 

Olly Murs muss man sicher zu den britischen Superstars der jüngeren Musikgeschichte zählen. Auf der Insel ist er ein ganz Großer. Ausverkaufte Touren, jedes seiner Alben verkaufte sich bisher mehr als eine Millionen Mal und auf eine große Anhängerschaft kann er auch bauen. Sein neues Werk „24 HRS“ dürfte somit auch wieder ein Selbstläufer werden. Die vordersten Chartsplätze sind für Herrn Murs also wieder reserviert.

 

Mehr muss man ja im Grunde schon gar nicht mehr darüber schreiben und wissen. „You Don´t Know Love“ hat sich ja schon zum Hit entwickelt. Musikalisch ist das im Grunde ein Beleg für die Belanglosigkeit des ganzen Geschäfts. Das ist alles austauschbar und völlig egal. Die künstlichen Sounds hat man auch schon woanders tausendfach gehört. Vielleicht kann Herr Murs sogar richtig gut singen. Bestimmt sogar. Allerdings hört man das dieser grausigen Produktion kaum an. Das ist alles derart auf den Mainstream glattgebügelt, dass es einem die Sprache verschlägt.

 

Für „Read My Mind“ würden sich ja selbst die Backstreet Boys zu schade sein. Die Ballade „Love You More“ ist berechneter Kitsch und ja, selbst „Grow Up“, der Grower der Scheibe, ist letztlich fürchterliche Popsoße. Das Stück fängt ganz vielversprechend an, fällt dann aber schnell in das große Mainstreampopbecken, bei dem sich alle bedienen, die Musik ohne Seele verwalten. Vielleicht tanzt es sich mit der Erkenntnis dann auch gleich besser durch „Back Around“ und „Deeper“. „24 HRS“ - der Song – fährt dann alles auf, was die modernen Programme hergeben. Herrschaftszeiten.

 

Fazit: Olly Murs veröffentlicht mit „24 HRS“ ein neues Album. Selbstverständlich wird auch das ein Erfolg werden. Seelenloser Plastikpop, der einem sehr eindrucksvoll vor Augen führt, warum Musik bei den jüngeren Leuten immer mehr an Bedeutung verliert. Eine Aussage oder Haltung sucht man da vergeblich, Hauptsache es entspricht dem Zeitgeist.

 

http://splash.ollymurs.com/

 

Text: Torsten Schlimbach

Olly Murs: Never Been Better (Deluxe Edition)

Olly Murs: Never Been Better (Deluxe Edition)

Sony

VÖ: 21.11.2014

 

Wertung: 6,5/12

 

Die Hitmaschine meldet sich mit „Never Been Better“ zurück. Olly Murs ging einst zwar nicht als Sieger aus The X Factor hervor, aber immerhin konnte sich der britische Finalist danach doch eine sehr ansehnliche Karriere aufbauen. Erinnert sich überhaupt noch einer an den Sieger der fünften Staffel? Von Olly Murs ist da wesentlich mehr hängen geblieben. „Heart Skips A Beat“ nervt ja immer noch täglich im Radio und die Nummer ist immerhin schon von 2011. „Troublemaker“ und „Dear Darlin`“ sind nicht minder bekannt und zu ganz großen Hits avanciert. Drei Multiplatin-Alben sprechen jedenfalls eine deutliche Sprache. „Never Been Better“ wird mit ziemlich großer Wahrscheinlichkeit auch wieder den einen oder anderen Hit abwerfen.

 

Steve Robson, Claude Kelly und Wayne Hector haben ihm dabei abermals unter die Arme gegriffen. Warum sollte man ein Erfolgsteam auch auseinanderreißen? Der unvermeidliche Ryan Tedder darf dabei aber auch nicht fehlen. Entstehen eigentlich noch irgendwelche Popalben ohne den Mann? Ein Glück hat Paul Weller auch noch Hand angelegt und das wunderschöne „Let Me In“ mit Murs zusammen geschrieben. Olly Murs war sowieso an allen Songs beteiligt und so trägt „Never Been Better“ natürlich auch seine Handschrift.

 

„Did You Miss Me?“ ist der selbstbewusste Einstieg, denn natürlich ist die Frage rein rhetorischer Natur. Musikalisch gibt er hier gleich den groovigen Tanzbär. „Wrapped Up“ legt noch eine große Prise Funk obendrauf, erinnert ein bisschen sogar an die Jackson 5. Nicht schlecht also. „Beautiful To Me“ ist zwar nicht im Balladenfach einzusortieren, nimmt den Fuß aber schon mal vom Gaspedal. „Up“ ist ganz gefälliger Pop, der von Demi Lovato getragen wird. „Seasons“ ist genauso furchtbar wie alles andere was Ryan Tedder macht. Dieser Popeinheitsbrei, mit dem er die Welt überzuckert, ist einfach nicht zu ertragen.

 

Die Pianoballaden „Nothing Without You“ weiß da wesentlich mehr zu überzeugen. Der Titeltrack driftet noch mal in die belanglose Popecke ab, bevor es mit „Hope Yo Got What You Came For“ richtig schlimm wird. Ein Reißbrettentwurf für die nächste Hitsingle. „Why Do I Love You“ packt noch ein bisschen Pathos dazu. „Stick With Me“ fängt recht vielversprechend an, driftet danach aber in die bekannte Olly Murs-Popecke ab. Geht immerhin gut in die Beine. „Tomorrow“ ist noch mal eine sehr gefühlvolle und wirklich gute Pianoballade, bevor mit „Let Me In“ der beste Song der Platte das reguläre Album beschließt. Gut, dass Paul Weller dabei war.

 

Die Deluxe Edition hält dann noch vier weitere Tracks für den geneigten Fan bereit. Diese sind teilweise wesentlich besser wie der Rest. „We Still Love“ gefällt mit tollem und üppigem Backgroundgesang, „Us Against The World“ kommt mit schmissigem Klaviergeklimper daher, „Ready For Love“ kann sogar mit handgemachten Klängen und einer schönen Melodieführung aus dem Vollen schöpfen. Es ist klar was zum Schluss kommt – eine Ballade. „History“ ist sicher ein schöner Abschluss.

 

Fazit: Ob das jetzt die beste Musik und das beste Album der Karriere von Herrn Murs ist, sei mal dahingestellt. Diese Art von Popmusik geht sicher gut ins Ohr, teilweise auch in die Beine, ist manchmal aber auch erschreckend beliebig und austauschbar. Die Balladen sind da schon nachhaltiger und wenn der gute Olly dann doch mal auf handgemachte Klänge setzt, dann zeigt sich auch, dass er eigentlich ein hervorragender Sänger ist. Die Mädchen werden „Never Been Better“ lieben!

 

http://www.ollymurs.com/de/

 

Text: Torsten Schlimbach

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