Null Positiv: Amok

Null Positiv: Amok

Triplebase

VÖ: 01.10.2018

 

2015 begann für Null Positiv die Ochsentour um Fuß im Musikgeschäft zu fassen. Kein fetter Deal, der die Band von Anbeginn den Rücken stärkte, aber dafür jede Menge Koffer voller Träume. Es ging nicht darum einem Trend nachzurennen, sondern die eigene musikalische Vision zu verfolgen. Ohne Kompromisse. Letztes Jahr erschien das Debüt und aus dem Stand heraus konnte die Kapelle schnell eine große Anhängerschaft für sich gewinnen. Mit „Amok“ folgt nun schon der Nachfolger.

 

Null Positiv gehen den eingeschlagenen Weg konsequent alleine weiter. Die Alben, aber auch die Musikvideos werden immer noch in Eigenregie produziert. Warum sollte man da auch die Erfolgsspur verlassen, zumal sich die Band ja auch mit dieser Vorgehensweise wohlfühlt! Sängerin Ellie Berlin sticht dabei sicherlich als Erste hervor, aber damit tut man den Musikern von Null Positiv auch ein großes Stück Unrecht an, denn ohne diese, könnte sich die gute Ellie auch nicht so entfalten.

 

Dazu muss man sich das atmosphärisch sehr dichte „Als Ob Wir Götter Wären“ nur mal anhören. Musik und Gesang sind eine untrennbare Einheit und durch die Langsamkeit des Vortrags wird die morbide Grundstimmung gleich mehrfach potenziert. Wohin Songs wie „Psychopath“, „Trauma“, „Amok“ oder „Schizo“ sich thematisch bewegen, bedarf sicher keiner Erklärung. Wer bis dahin noch nicht ganz tief im Tal der Depressionen angekommen ist, dürfte es spätestens jetzt sein. „Neue Matrix“ hat dabei allerdings einen netten Refrain, der teilweise an die Deftones erinnert, bevor es tatsächlich noch in poppige Gefilde geht. Insgesamt muss man aber natürlich eine ganz große Vorliebe für die Growls und Screams haben.

 

Fazit: Wer die ganz harten Klänge mag, ist bei Null Positiv gut aufgehoben. Wer eine morbide Atmosphäre schätzt, sowieso. Und wer seine Neurosen pflegt und zudem auch noch eher auf der nachdenklichen Schattenseite steht, dürfte „Amok“ lieben. Mir ist das teilweise zu negativ, eben Null Positiv, und die Growls und Screams zu sehr drüber. Die Anhängerschaft wird mit dem Album aber vermutlich sehr glücklich werden.

 

www.nullpositiv.com

 

Text: Torsten Schlimbach

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Dream Out Loud Magazin: © Torsten Schlimbach / Header: © Kai Knobloch