Nine Shrines: Retribution Therapy

Nine Shrines: Retribution Therapy

Mascot Label Group/Rough Trade

VÖ: 26.04.2019

 

Wertung: 7,5/12

 

Nine Shrines haut mit „Retribution Therapy“ nun endlich das Debütalbum heraus. Das wurde auch sorgfältig geplant, denn immerhin ist die Kapelle nun schon seit 2014 zugange. Einen ersten Testballon gab es mit der EP „Misery“ aus dem Jahre 2017. Danach ging es auf Tour und im Vorprogramm von so manchen namhaften Kollegen konnte sich Nine Shrines erste Meriten und Fans erspielen. Die zwölf Songs des Erstlingswerks dürften alles einlösen, was sich die stetig wachsende Anhängerschaft gewünscht hat.

 

Jetzt kann man lange darüber debattieren, in welche Schublade man die Platte und die Band stecken kann. Metalcore wird da gerne lanciert. Kann man sicher so stehen lassen. Gerade so ein Brecher wie „Ringworm“ geht in diese Richtung und walzt alles nieder, was da im Wege steht. Böse, dreckig und gemein. Der sehr melodische Part erinnert dabei allerdings an eine andere großartige Band, nämlich die Deftones. Die Nine Shrines sind aber nicht so episch und atmosphärisch auch nicht so dicht. Schon mit „Nimrod“ und auch „Chain Reaction“ konnte man mitunter den Eindruck gewinnen, dass es sich hier um eine neue Band des Nu Metal handelt. Oftmals aber eher die Sorte Papa Roach oder My Chemical Romance.

 

„Happy Happy“ erinnert dabei, aufgrund der Art des Gesangs, sogar an Nickelback. Das ist alles in allem sicher kein schlechtes Album und manches ist derart kaputt, wie Marilyn Manson zu seinen besten Zeiten. „Dead“ geht zumindest musikalisch stark in diese Richtung. Das ruhige „Hymn“ übrigens ebenfalls, weil es auch so herrlich düster und schräg ist. Danach gibt es mit „Conjure“ eine Art „Best Of“ des gesamten Albums. Da wird alles noch mal in einem Track auf den Hörer losgelassen. „Pretty Little Psycho“ ist leider nur leidlich spannend. Die Halbballade „Ghost“ hört sich auch wie aus dem Genresetzkasten zusammengeschraubt an. Der wilde Ritt „Sick Like Me“ – mit einem ziemlich lässigen Groove – rückt da wieder einiges in die richtige Richtung. Das drückt, das rockt. „Counterfeit“ walzt zum Schluss noch mal alles nieder. Was für eine Wut, was für ein Ausbruch! Der Refrain ist aber wieder höchst melodisch. Passt.

 

Fazit: Die Nine Shrines veröffentlichen mit „Retribution Therapy“ endlich ihr Debütalbum. Es ist ein solides bis gutes Metalcore-Werk, welches sich aber auch sehr gut im Nu Metal Fach einsortieren lässt. Das hebt die Welt nicht aus den Angeln, hat aber durchaus den einen oder anderen Moment zu bieten, der dem Genre spannende Nuancen abtrotzt. Kann man machen.

 

http://nineshrines.com/

 

Text: Torsten Schlimbach

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Dream Out Loud Magazin: © Torsten Schlimbach / Header: © Kai Knobloch