Nina Nesbitt: The Sun Will Come Up,the Seasons Will Change

Nina Nesbitt: The Sun Will Come Up,the Seasons Will Change

Starwatch Entertainment/Sony Music

VÖ: 01.02.2019

 

Wertung: 8/12

 

Vor einigen Jahren wurde Nina Nesbitt als das europäische Popwunderkind ausgerufen. Die Schottin war ja auch noch fast ein Kind, als sie ihr Debüt aufgenommen hat. Das neue Album steht nun erst ein halbes Jahrzehnt später in den Läden. Alleine für die Aufnahmen hat sich Nesbitt drei Jahre Zeit genommen. Sie wollte ein Album ohne Kompromisse machen. Die Songs sollen Nina Nesbitt repräsentieren und sonst nichts. Man nimmt den dreizehn Nummern durchaus ab, dass es genau die Musik ist, die Nesbitt vorschwebte und deshalb ist das auch ein sehr authentisches Album geworden.

 

Nina Nesbitt bewegt sich zwar im großen Becken der Popmusik, aber größtenteils auf der guten Seite. „Colder“ ist beispielsweise eine Nummer, die im Mainstreamradio funktionieren würde, dabei aber nicht nervt. Die Albumeröffnung „Sacred“ ist mit den schwebenden Pianoklängen und den langsamen Beats sogar ein bisschen sperrig ausgefallen. Erinnerungen an ein anderes Popwunderkind werden da wach: Lorde. Auch „The Moments I´m Missing“ schafft das Kunststück anspruchsvolle Popmusik dem Zuhörer zu bieten. „The Best You Had“ ist zwar eingängig, aber nicht sonderlich spannend. Und warum jetzt jeder Pop-Act meint, so ein bisschen Urlaubsflair reinbringen zu müssen, erschließt sich auch nicht wirklich. „Loyal To Me“ geht diesen Weg und wirkt dabei, anders als der Rest, reichlich konstruiert.

 

„Somebody Special“ erinnert an Janet Jackson, bevor dann mit „It´s Really Me You´re Missing“ die erste waschechte Ballade folgt. Erstaunlich unkitischig, erstaunlich gut. Nina Nesbitt hat sich auf dem Album den Themen gewidmet, die auch die junge Zielgruppe beschäftigt. Das ist bei „Love Letter“ der Fall, oder auch bei „Things I Say When You Sleep“. Und wenn das dann musikalisch noch so anspruchsvoll wie „Empire“ ist, dann ist das richtig gut. Die Ballade „Chloe“ ist etwas zu theatralisch ausgefallen. Dies ist der Auftakt zu einer ganzen Balladenreihe. Das schon erwähnte „Things I Say When You Sleep“ ist dabei die herausragende Sternstunde. „Last December“ steht der Nummer aber in fast nichts nach. Piano und Gesang reichen um eine intensive Atmosphäre zu kreieren. Der Titeltrack bildet dann den ruhigen Ausklang. Dezente Beats und eine positive Grundstimmung entlassen den Zuhörer aber mit einem Lächeln auf den Lippen.

 

Fazit: Nina Nesbitt hat mit „The Sun Will Come Up,the Seasons Will Change“ ein schönes und bisweilen anspruchsvolles Popalbum aufgenommen. Das ist keine Anbiederung an den musikalischen Zeitgeist, sondern Musik, die eindeutig dieser Künstlerin zuzuordnen ist. Selbst der hohe Balladenanteil wirkt dabei nicht öde, weil auch diese sehr abwechslungsreich gestaltet wurden.

 

http://www.ninanesbittmusic.com/

 

Text: Torsten Schlimbach

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Dream Out Loud Magazin: © Torsten Schlimbach / Header: © Kai Knobloch