Nimrod B.C.: God Of War And Chaos

Nimrod B.C.: God Of War And Chaos

Metalapolis/Soulfood

VÖ: 01.12.2017

 

Wertung: 6/12

 

Nimrod B.C. aus Chile sind nun wirklich schon einen sehr langen Weg gegangen. Wobei man das auch nur auf Gitarrist Chris Ira herunterbrechen kann. Der Mann ist im Grunde Nimrod B.C. und musste schon so einiges einstecken. Eigentlich war 1988 schon alles bereit und mit den Demos von „Time Of Changes“ lagen schon genug Songs für ein Album in der Schublade. Ein Plattenvertrag wurde dann auch 1990 unterschrieben, es kam aber nicht zu einer Veröffentlichung. Erst 2004 entschied sich die Band dazu „Time Of Changes“ zu remastern und mit unveröffentlichten Songs – die Demos gab es schon auf Kassette – und Live-Songs unter die Leute zu bringen. Weitere fünf Jahre vergingen bis mit „Return Of Babylon“ ein Nachfolger in den Läden stand. Jetzt gibt es mit „God Of War And Chaos“ acht Jahre später endlich ein neues Lebenszeichen.

 

Mit Gary Wayne gibt es auch mal wieder einen neuen Sänger. Fernando Gonzales spielt Bass und Rodrigo Cerda sitzt hinter der Schießbude. Chris Ira bearbeitet selbstverständlich die sechs Saiten, der Mann hat das Album aber auch in den Noctambulus Studios in Chile produziert. Gemixt wurde das Album schließlich von Darren Carikas in London, das Mastering wurde von Bill Metoyer übernommen.

 

Mit „Introduction To Revolution“ gibt es eine Einleitung in das Album. Danach heißt es Freuer frei aus allen Metalrohren. „Revolution Evilution“ arbeitet ja alleine schon die ganze Palette ab. Im Mittelteil gibt es mit einem an Iron Maiden erinnernden Gitarrensolo gar schon einen klassischen Metalmoment. Ansonsten wird alles gegeben: getrommelt bis die Felle platzen, ein kurzer Screamo-Part eingebaut, das Tempo mehrmals gewechselt und hin und wieder schwingt man sich gesanglich in Höhen auf, die an Helloween erinnern. Der Gesang fasziniert auf verschiedene Arten: dreckig, aber auch derart drüber, dass man sich an Mickey Mouse erinnert fühlt. Bei „Catastrophic Prophecies“ kommt dann noch ein bisschen Growling dazu. Damit ist eigentlich alles gesagt, denn ab jetzt gibt es keine Änderungen mehr. Immer nur auf die Zwölf ist dann auch eher ermüdend. Auch Geschwindigkeitsrekorde, wie beim Titeltrack „God Of War & Chaos“, sind dem Gesamtbild wenig zuträglich, da das alles in einem Brei verschwimmt und ein paar mehr Variationen schon nicht so verkehrt wären. Und spätestens bei „Frontal Assault“ schlägt die Faszination für den Gesang um: es nervt.

 

Immerhin lässt das Zwischenstück „Winds“ einen etwas durchatmen. „They Shall Not Pass“ geht es dann auch etwas langsamer an. Das ist fast schon die Black Sabbath-Schule. „Fukushima 666“ fräst sich anschließend aber wieder mit voller Geschwindigkeit durch den Garten. „At The Borders Of Mind“ und „Metal Masters“ haben leider nichts mehr zu bieten, was man auf diesem Album nicht schon gehört hätte.

 

Fazit: Nimrod B.C. veröffentlichen nach langer Zeit mal wieder ein Album. Handwerklich ist das ganz gut, der Sound ist aber etwas dumpf und der Gesang mag zunächst noch aufhorchen lassen, weil das derart drüber ist und wie eine Karikatur wirkt, mit zunehmender Albumlänge nervt dieser aber ganz gewaltig. Letztlich ist „God Of War And Chaos“ nur etwas für Fans oder absolute Genre-Anhänger.

 

https://de-de.facebook.com/nimrodmetalband/

 

Text: Torsten Schlimbach

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Dream Out Loud Magazin: © Torsten Schlimbach / Header: © Kai Knobloch