NaS: Life Is Good

NaS: Life Is Good

Universal

VÖ: 13.07.2012

 

Wertung: 9/12

 

Der Don meldet sich mit seinem zehnten Album zurück. Vier lange Jahre musste man auf ein neues Werk aus seiner Feder warten. Im schnelllebigen Musikgeschäft ist das eine immens lange Zeit. Für das Genre, in dem sich NaS gemeinhin zu Hause fühlt, ist das gar eine Zeitspanne, bei der man normalerweise gleich weg vom Fenster ist. NaS ist aber einer der ungekrönten Könige und somit kann er auf eine immens große Anhängerschaft bauen, die ihn über die Jahre nicht vergessen hat. Das Gegenteil ist gar der Fall und die Fanmeute giert förmlich nach „Life Is Good“.

 

Das Warten hat ja nun ein Ende und es ist, als wäre NaS nie weg gewesen. Alles wie immer also? Zumindest bleibt der Meister seinem Stil treu. Dazu gehört auch, dass er für „Life Is Good“ wieder jede Menge Samples verwendet hat. Von Run DMC bis hin zu Isaac Hayes ist dies eine illustre Runde. Dies gilt natürlich auch wieder für die Produzentenjobs und die beteiligten Gäste. Large Professor, Rick Ross, Mary J. Blige oder Amy Winhouse(!) sind da nur die Spitze des Eisbergs.

 

Und doch ist das nur die große NaS-Show. Nicht mehr, aber eben auch nicht weniger. „A Queens Story“ gibt dem Hip-Hop Herz, Seele und ein Gesicht zurück. NaS rappt hier alle Kollegen an die Wand. Die Stile mögen zwar unterschiedlich sein, aber das erinnert bisweilen an den jungen Eminem. Olli Kahn wäre zufrieden, denn das Ding hat Eier. Und da darf im Hintergrund auch gerne mal ein Piano klimpern. Noch fluffiger kommt „Accident Murderers“ daher. Die kratzige Stimme von Rick Ross bildet den perfekten Gegenpart zu NaS.

 

Auf dieser Platte wirken die vielen eingestreuten „Yeah Yeah Yeahs“ und „Oh, Ah, Ah, Ohs“ extrem störend. Klar, kennt man und das gehört zum guten Genre-Ton, aber irgendwann ist es auch einfach mal gut. Es ist mittlerweile eben überstrapaziert worden. Ansonsten ist „Life Is Good“ ein herausragendes Albums seines Fachs, weil es einfach vor Musikalität übersprudelt. Dazu gehören auch mal poppige Töne - „Daughters“ unterstreicht dies nachhaltig. Überraschend auf den Punkt gebracht wird „Reach Out“ mit einer angriffslustigen Mary J. Blige, wie man sie lange nicht mehr gehört hat. Und wer dachte, dass die Sratchkunst abhanden gekommen wäre, wird auch hier eines Besseren belehrt.

 

Es ist auch erstaunlich, wie NaS auf diesem Album eigentlich zwischen verschiedenen Stilen hin- und herspringt aber alles mit seinem fluffigen Flow zusammenhält. Da kann auf das knochentrockene „Summer On Smash“ auch mal ein chilliger Track wie „You Wouldn´t Understand“ folgen. „Stay“ erreicht gar Jazzgefilde und macht nicht mal eine peinliche Figur dabei. „Cherry Wine“ mit Amy Winehouse ist übrigens ein verzichtbarer Track. Warum die Nummer auf diesem Album untergebracht wurde liegt wohl auf der Hand. Schade, dass mit „Bye Baby“ auch ein relativ unspektakulärer Track die Platte beendet.

 

Fazit: „Life Is Good“ ist genau die richtige Platte zur richtigen Zeit. Gerade der Mainstream-Hip-Hop hat dieses Album bitter nötig gehabt. NaS erfindet sich zwar nicht neu, macht aber in bekannter Manier und mit einem unglaublichen Gefühl für den richtigen Flow eine sehr gute Figur. Zum Schluss geht dem Album zwar etwas die Luft aus, aber auch hier ist er schlau genug nicht den Fehler vieler Kollegen zu machen und einem zu viele Füller unterjubeln zu wollen. Gut, dass der Mann sich nach vier Jahren musikalisch wieder zurück gemeldet hat. Der König ist wieder da!

 

http://www.universal-music.de/nas/home

 

Text: Torsten Schlimbach

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