Mrs. Greenbird: Dark Waters

Mrs. Greenbird: Dark Waters

Greenbird Records/Edel

VÖ: 12.04.2019

 

Wertung: 9/12

 

Nachhaltigkeit zahlt sich doch aus. Das Duo Mrs. Greenbird setzt seit seinem Sieg bei „X-Faktor“ nicht auf den schnellen Erfolg, sondern eben auf Authentizität und Nachhaltigkeit. Der Erfolg stellte sich da von ganz alleine ein. Eine treue Anhängerschaft konnten sich die Kölner aus Nippes zudem auch erspielen. Das läuft alles in überschaubaren Dimensionen ab und ist sehr geerdet. Jetzt haben sich die beiden zudem freigeschwommen und mit Greenbird Records auch noch komplett unabhängig gemacht. So behalten die beiden die Kontrolle über ihre Ideen, die Musik und Umsetzung. „Dark Waters“ ist nun das Ergebnis.

 

Das Album ist – bis auf ein bis zwei Ausreißer – dann auch eine inspirierende Quelle der Authentizität. Das fängt schon mit „Long Time No See“ an, ein Stück, welches den Geist von Nashville aus- und einatmet. „Careless Heart“ ist eine wunderbar instrumentiert- und arrangierte Folknummer. Der Titelsong „Dark Waters“ sorgt für eine dicke, fette Gänsehaut. Ein Kleinod vor dem Herrn. Es braucht nicht immer viel um Intensität zu erzeugen. Das gilt auch für „Midnight Rose“, welches wundervoll von den beiden gesanglich getragen wird.

 

„Morals“ ist als zweiter Song der schon erwähnte Ausreißer. Das geht dezent in die Poprichtung. Das mag grundsätzlich ja nicht verkehrt sein, ist im Kontext des gesamten Albums aber eher deplatziert. Man kann es ansonsten drehen und wenden wie man will, die Lieder sind unfassbar berührend. Die sanfte Melancholie von „The Simple Things“ legt sich wie der Morgentau über den Zuhörer. So sanft, so schön. Das muss nicht immer die musikalische Welt neu justieren. „Like A Song In My Head“ ist dann auch einfach nur mal nett. Nett ist in diesen Zeiten aber durchaus eine gute Sache!

 

„1963“ ist ein großartiger Americana-Song, welcher den Geist seines Namensgeber wunderbar in das Jahr 2019 tansportiert. „Tides Are Tuning“ plätschert dann sphärisch dahin, mit „Learn How To Love You“ gibt es dann gesanglich und musikalisch von dem Duo noch mal einen ganz tollen Abschluss zu hören. Folk, Country, Americana aus Köln-Nippes!

 

Fazit: Mrs. Greenbird tritt abermals den Beweis an, dass Musik aus Deutschland nicht belanglose Befindlichkeitspopmusik sein muss. Das vorliegende Album hat handgemachte, authentische und herzliche Musik zu bieten, die durchaus zu berühren weiß. „Dark Waters“ ist kein lautes Album, aber eines, welches die Herzen erreicht und erobert!

 

https://www.mrsgreenbird.com/

 

Text: Torsten Schlimbach

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Dream Out Loud Magazin: © Torsten Schlimbach / Header: © Kai Knobloch