Morbid Angel: Kingdoms Disdained

Morbid Angel: Kingdoms Disdained

Silver Lining Music

VÖ: 01.12.2017

 

Wertung: 4,5/12

 

Da sind sie wieder, die Mitbegründer des Florida Death Metals. Die Rede ist natürlich von Morbid Angel. Konstante im Bandgefüge ist Trey Azagthoth, bürgerlich George Emanuel III. Steve Tucker ist auch wieder als Bassist und Sänger dabei. Morbid Angel hat schon derart viele Leute als Musiker beschäftigt, dass selbst Fans Schwierigkeiten haben dürften, diese alle aufzuzählen. Azagthoth und Tucker haben mit „Kingdoms Disdained“ nun elf asoziale Songs aufgenommen, die mal wieder am Rande des Zumutbaren zu finden sind.

 

Azagthoth wird in der Fachpresse ja schon kultisch verehrt und gilt als bester Gitarrist des Genres und des extremen Metals. Die vertrackten Rhythmen mögen sicher auch auf dem neuen Album zu finden sein und die Geschwindigkeitsläufe das Griffbrett hoch und runter sind – wie bei „The Pillars Crumbling“ - beeindruckend, aber so richtige Nuancen und Feinheiten sind bei dem Geknüppel nicht auszumachen. Immer voll auf die Zwölf ist auf Dauer einfach ermüdend, weil es kaum Variationen gibt. „For No Master“ bricht dann vermutlich alle Rekorde.

 

Aufgenommen wurde das Album in den Man Studios in St. Petersburg, Florida. Die Produktion übernahmen Morbid Angel zusammen mit Erik Rutan. Bei „Declaring New Law (Secret Hell)“ wird dann wenigstens mal etwas an der Dynamik geschraubt und der Rhythmus vom Bass sehr schön vorgegeben. Das Growling von Tucker nervt über die komplette Albumdistanz aber schon sehr, da es auch hier kaum mal eine nennenswerte Variation gibt.

 

Worum geht es bei „Kingdoms Disdained“? Um die Götter, die eines Tages wiederkommen und alles in Schutt und Asche legen. Die Götter sind gewaltig böse. Diese Götter haben natürlich die Welt erschaffen, ruhen noch, kommen aber eben wieder. Azagthoth glaubt wohl an diesen Mummenschanz. Nun gut, jeder so, wie er mag.

 

Fazit: „Kingdoms Disdained“ ist für Fans des berühmten Florida Death Metal vielleicht ein Fest, mich lässt das eher ratlos zurück. Zu wenig Variationen, zu wenig Spannungsaufbau, zu wenig Änderungen im Soundbrei. Das Growling nervt einfach nur und für den Quatsch, der hier textlich verpackt wird, muss man auch schon sehr zugänglich sein. Azagthoth mag ein Gitarrengott sein, aber das reicht – zumindest für mich – nicht!

 

http://www.morbidangel.com/

 

Text: Torsten Schlimbach

S U C H E
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Dream Out Loud Magazin: © Torsten Schlimbach / Header: © Kai Knobloch