Monster Truck: Sittin´ Heavy

Monster Truck: Sittin´ Heavy

Mascot Label Group/Rough Trade

VÖ: 19.02.2016

 

Wertung: 8/12

 

Die Kanadier von Monster Truck dürfen stolz sein. Nicht jeder kann Slash zu seinen Fans zählen. Folgerichtig durften die Rocker auch schon den Anheizer für ihn machen. Aber nicht nur, denn auch Alice In Chains, ZZ Top oder Rival Sons griffen auf ihre Dienste zurück. Mit dem neuen Album, welches von Eric Ratz produziert wurde, wollen es Monster Truck nun aber auch mal wieder alleine wissen und gehen damit auf Tour. Die Läden sind nun freilich wesentlich kleiner als bei ihren Support Shows, aber wenn es gut läuft, dann wird sich auch das bald erledigt haben und die Herren dürfen die großen Locations bespielen.

 

„Sittin´ Heavy“ wird nun sicher nicht dafür sorgen, dass die Musikgeschichtsbücher umgeschrieben werden müssen. Die vier Herren machen einfach Musik aus der guten alten Zeit. Oder auch anders ausgedrückt: Musik, die sich so anhört, wie die Protagonisten mit den Bärten, langen Haaren und 70er Jahre-Brille aussehen. Und natürlich ist auch der Bandname Programm. Slash bezeichnet Monster Truck übrigens als eine der wenigen wirklich bodenständigen Rock ´n´ Roll Bands. Das hört sich allerdings auch etwas bieder und konservativ an, was in diesen Kreisen ja nicht unbedingt schlecht sein muss.

 

Auch mit dem zweiten Album „Sittin´ Heavy“ knüpft die Band wieder an ihre Mischung aus Groove – man höre sich nur „Another Man´s Shoes“ an – und Stoner Rock an. Eine Prise Sludge darf es da auch gerne mal sein. Monster Truck verstehen sich als ehrliche Handwerker und Arbeiter und so erklärt sich dann auch die erste Single „Don´t Tell Me How To Live“ quasi von alleine. Einfach authentisch sein und sein eigenes Ding machen – so die Botschaft. Das Leben und der Rock and Roll sollten gefeiert werden und selbstverständlich bringt so ein Hardrockbrecher wie „Things Get Better“ alles dafür mit. „The Enforcer“ lädt dann auch noch dazu ein grölend durch die Bude zu toben – aber Vorsicht: nicht gleich alles kurz und klein hauen! Ist in der Euphorie ja schnell mal passiert.

 

Eigentlich ist das hier leichte Kost: fette Riffs, treibende Rhythmen und Refrains, die sich wunderbar mitschreien lassen. Es macht aber derart viel Bock, dass es schon wieder gut ist. So ein bisschen haben sich Monster Truck dann auch bei den Kollegen abgeguckt, denn „To The Flame“ weist schon eklatante Ähnlichkeiten mit Alice In Chains auf. Monster Truck können aber auch die leisen und ruhigen Töne anschlagen, wie „Black Forest“ nachhaltig beweist. Und „Enjoy The Time“ ist zum Schluss gar der perfekte Entwurf eines poppigen Rocksongs. Da schließt sich der Kreis, denn „Why Are You Not Rocking?“ ist zu Beginn das volle Rockbrett.

 

Fazit: Manchmal kann Rockmusik so einfach sein. Die Kanadier von Monster Truck stellen dies mit „Sittin´ Heavy“ eindrucksvoll unter Beweise. Sie gewinnen mit den Songs keinen Innovationspreis und die simplen Texte lassen auch kaum Interpretationsspielraum zu. Das ist bis in die langen Haarspitzen konservativ. Es macht aber eben auch eine Menge Laune und rockt alles nieder. Das ist die klassische Schule der 70er – nur eben mit einfacheren Mitteln. Kann trotzdem was!

 

http://www.ilovemonstertruck.com/

 

Text: Torsten Schlimbach

S U C H E
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