Michael Romeo: War Of The Worlds/Pt. 1

Michael Romeo: War Of The Worlds/Pt. 1

Mascot Label Group

VÖ: 27.07.2018

 

Wertung: 7/12

 

Symphony X machen mal wieder Pause. Die Progmetal-Kapelle lässt die Fans ja gerne mal warten. Gitarrist Michael Romeo hat die freie Zeit und Pause nun dazu genutzt und sein erstes Soloalbum auf den Weg gebracht. Zunächst mal galt es aber eine Studioband auf die Beine zu stellen. Sänger Rick Castellano, Bassist John „JD” DeServio (Black Label Society) sowie John Macaluso (Yngwie Malmsteen, James LaBrie, Ark) am Schlagzeug standen Romeo für dieses Album zur Seite. „War Of The Worlds/Pt. 1“ ist das Ergebnis. Zehn Songs haben letztlich den Weg auf die Langrille gefunden.

 

Wie auch schon bei Symphony X hat Romeo die Produktion alleine bewerkstelltigt und das Album in seinem Heimstudio in New Jersey aufgenommen. Anderthalb Jahre zog sich der Prozess hin. Wer Fan seiner Hauptband ist, dürfte sich ziemlich schnell mit „War Of The Worlds/Pt. 1“ anfreunden. Gleichwohl gibt es auch einige Elemente, die mitunter schwer verdaulich sind. „F´cking Robots“ macht seinem Titel nämlich alle Ehre und so gibt es auch einige elektronische Spielereien, die futuristisch und bedrohlich anmuten. Das hört sich teilweise wie ein Filmscore an. Dies ist sowieso der Grundton des Albums. Viele musikalische Passen klingen nämlich wie Filmmusik. Dazu gesellen sich dann Hochgeschwindigkeitssolos wie bei „Black“.

 

Der Weg wird aber schon mit dem reinen Instrumentalstück „Introduction“ geebnet, denn spätestens da sollte schon klar sein, dass Romeo hier die ganz große Inszenierung zwischen Musical, Film und natürlich jeder Menge Metal im Sinn hatte. „Djinn“ bringt noch ein orientalisches Flair unter, während „Believe“ ein kleines Progmeisterwerk zwischen Klassik und Metal ist. Die Klarheit des Gitarrenspiels beeindruckt an dieser Albumstelle ganz schwer. „Differences“ ist dramaturgisch zwar ganz toll, aber auch etwas zu bombastisch aufgeblasen. Das gilt leider auch für „War Machine“. Wer mit dem Musicalansatz im Metalgewand aber gut leben kann, wird daran natürlich seine helle Freude haben. Ein straightes Ding wie „Oblivion“ kommt da aber grundsätzlich wesentlich besser auf den Punkt. „Constellations“ bietet zum Schluss noch mal eine Art Zusammenfassung des gesamten Albums.

 

Fazit: „War Of The Worlds/Pt. 1“ dürfte alle Fans von Symphony X zufriedenstellen. Michael Romeo hat hier eine große bombastische Oper zwischen Klassik, Filmmusik und Musical im Metalgewand ersponnen. Künstlerisch ist das sicherlich höchst ambitioniert und absolut toll umgesetzt worden. Der Aufbau ist ebenfalls erstklassig. Wie immer ist das Geschmackssache, aber die straighten Tracks, die einfach auch mal geradeaus rocken, sind dann doch weniger ermüdend wie der Rest.

Jedenfalls auf lange Sicht.

 

https://www.facebook.com/MichaelJRomeo/ 

 

Text: Torsten Schlimbach

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Dream Out Loud Magazin: © Torsten Schlimbach / Header: © Kai Knobloch