Michael Bublé: To Be Loved

Michael Bublé: To Be Loved

Warner

VÖ: 12.04.2013

 

Wertung: 6/12

 

Der kanadische Superstar schlechthin meldet sich mit seinem sechsten Studioalbum zurück. Nein, die Rede ist nicht etwa von Neil Young sondern von Michael Bublé. Der Mann ist momentan gerade in Deutschland sehr präsent. Sein äußerst sympathischer Auftritt bei Deutschlands Aushängeschild der Fernsehunterhaltung - „Wetten Dass...?“ - ist ja noch in bester Erinnerung. Hier konnte sich der Meister der Schmalzstimmen persönlich davon überzeugen, dass das Niveau der hiesigen Fernsehlandschaft ins bodenlose gesunken ist und ein nerviger Moderator das Niveau noch weiter nach unten zieht. Er merkte danach treffend an: „Das ist eine merkwürdige Show. Eine schöne, aber eine sehr merkwürdige Show. Hätte ich das vorher gewusst, hätte ich Gras geraucht.“ Das war aber nicht sein einziger Auftritt hierzulande. Die komplette weibliche Belegschaft eines Fernsehsenders gebärdete sich wie pubertierende Teenis, als der Mann dort seine Aufwartung machte. Und warum das alles? „To Be Loved“ will schließlich promotet werden.

 

Nötig hat Bublé das alles sicher nicht mehr, denn seine Alben sind längst Selbstläufer und verkaufen sich wie geschnitten Brot. „To Be Loved“ wird da auch keine Ausnahme darstellen. Produziert wurde die Platte übrigens von Bob Rock. Dies ist schon eine kleine Überraschung, war der Mann bisher doch eher im Rockgeschäft zu Hause und davon ist Michael Bublé schließlich soweit entfernt wie der 1.FC Köln vom Gewinn der deutschen Fußballmeisterschaft. Die Aufnahmen dazu fanden in Vancouver und Los Angeles statt. Ausgesucht hat sich Bublé ein paar handfeste Klassiker der Musikgeschichte, die natürlich auch in sein Anforderungsprofil passen. Für „To Be Loved“ hat er gleich zehn Song interpretiert. Ist Bublé jetzt der beste Coversänger der Welt oder hat er einfach nur eine perfekte Strategie auf den Leib gezimmert bekommen?

 

Immerhin hat er an vier Songs mitgeschrieben. „After All“ komponierte er zusammen mit Bryan Adams, der auch seine musikalische Duftmarke hinterlassen hat. Ein schmissiger Song übrigens, so, wie man es von Adams erwarten konnte. Die schon bekannte Single „It´s A Beautiful Day“ wurde ebenfalls von Bublé mit auf den Weg gebracht. Dieses nette Popstück hat natürlich auch die typischen Jazz- und Swingzutaten zu bieten. Selbstverständlich hat sich der Mann hier wieder ein paar Klassiker zur Brust genommen, die wirklich jedes Kind kennt und somit auch einen hohen Wiedererkennungswert haben. „To Love Somebody“ wurde schon derart oft gecovert, dass es eigentlich erstaunlich ist, dass die Bee Gees Nummer nicht klein zu kriegen ist – auch nicht von Bublé. „Who´s Loving You“ von den Jackson 5 hört sich jetzt übrigens endlich mal erwachsen an, insofern ist die Interpretation des Kanadiers sogar besser wie das Original. Wer will, darf das Licht dimmen und mit seinem Partner einen schönen Klammerschiebe-Blues auf das Parkett zaubern.

 

„Something Stupid“ ist in Europa ja noch vielen durch Robbie Williams und Nicole Kidman im Ohr. Bublé tut es ihm gleich und hat mir Reese Witherspoon ebenfalls eine Hollywood-Schauspielerin dabei. Dass die Dame durchaus singen kann, hat sie ja schon im Johnny Cash Film gezeigt – hier geht sie allerdings unter. Bei „Have I Told You Lately“ sind Naturally 7 mit dabei, die allerdings auch eher im Hintergrund verschwinden. Dies ist eben die große Michael Bublé Show. Er macht das zweifelsohne gut und seine Stimme packt einen in Watte ein. Ein Elvis Presley Klassiker ist aber immer eine schlechte Wahl und gegen den King kann natürlich auch Bublé nicht anstinken. Dann schon eher „Nevertheless (I´m In Love With You)“ von Dean Martin. Passt ganz gut.

 

Fazit: Michael Bublé jazzt und swingt sich mal wieder durch einige Klassiker, die ihm – so will es die Legende – besonders am Herzen liegen. Die Eigenkompositionen fügen sich sehr gut in das Album ein und fallen weder negativ noch positiv auf. Seinen Hang zum Pop lebt er auf „To Be Loved“ ebenfalls aus. Der Kanadier surft also weiter auf der Welle, die ihm so viel Erfolg eingebracht hat. Fans werden also wieder begeistert sein, alle anderen dürfen ja gerne weiterhin zu den Originalen greifen.

 

http://www.michaelbuble.com/de/

 

Text: Torsten Schlimbach

Michael Bublé: Christmas Deluxe Special Edition

Michael Bublé: Christmas Deluxe Special Edition

Warner

VÖ: 23.11.2012

 

Letztes Jahr im Oktober veröffentlichte Michael Bublé sein „Christmas“ Album und eröffnete als einer der Ersten den Wahnsinn um das Weihnachtsgeschäft. Es lief aber derart gut, dass diese Platte glatt sieben Millionen Käufer fand. „Christmas“ avancierte sogar zum erfolgreichsten Weihnachtsalbum aller Zeiten und ging gleich in vierzehn Ländern auf die 1! Und da sich dieses Konzept bewährt hat, wird auch gar nicht erst versucht dieses Jahr etwas anders zu machen. Warum auch? Man muss ja nichts ändern, wenn es sich eh schon wie geschnitten Brot verkaufen lässt.

 

Die Idee „Christmas“ jetzt noch mal zu veröffentlichen und als weiteren Kaufanreiz drei zusätzliche Songs mit auf die Platte zu packen, ist schon ziemlich sportlich. Vielleicht lassen sich aber auch genug Käufer an der Nase herumführen und kaufen diesen Kitsch nun auch noch ein zweites Mal. Fans – und davon hat Herr Bublé viele – haben ja gar keine andere Wahl, die Sammlung will ja schließlich vervollständigt werden.

 

Die drei neuen Bonus-Tracks sind natürlich wieder perfekt arrangiert. Der Schmalz in der Stimme ist selbstredend wieder in Hochform. Das melancholische „Christmas Song“ dürfte allerdings sogar funktionieren. Man denke sich jetzt noch einen kalten Winterabend dazu, die Schneeflocken fallen ganz sanft vom Himmel und dazu ein schöner Glühwein – passt. „Frosty The Snowman“ hat der Sangesbarde wieder mit den Puppini Sisters eingespielt. Der gute Frosty kommt diesmal im beschwingten Jazzgewand daher, erinnert kurioserweise aber gar an den Simpsons-Song. Über dem großen Teich ist das sicher der Renner. Die Gesangstruppe Naturally 7 half dem Meister der seichten Klänge bei „Silver Bells“ aus. Auch dieser eher ruhige Song dürfte in der richtigen Stimmung wunderbar ins Schwarze treffen. Insofern sind diese Bonussongs durchaus annehmbar.

 

Fazit: Wie letztes Jahr, gilt für „Christmas“ von Michael Bublé auch dieses Jahr wieder, dass man als Fan von Weihnachtssongs amerikanischer Prägung auch dieses Jahr wieder mit diesem Werk bestens bedient wird. Anhänger des Kanadiers werden sowieso wieder zugreifen. Ob allerdings die drei zusätzlichen Tracks eine erneute Anschaffung rechtfertigen, muss dann jeder mit seinem Gewissen ausmachen. Immerhin hat man jetzt nicht schon im Oktober auf die Weihnachtskarte gesetzt. Ein ganz bitterer Beigeschmack bleibt allerdings!

 

http://www.michaelbuble.com/de/

 

Text: Torsten Schlimbach

Michael Bublé: Christmas

Michael Bublé: Christmas

Warner

28.10.2011

 

Hat Michael Bublé eigentlich das diesjährige Rennen gewonnen? Wetten werden nicht mehr angenommen, aber er dürfte so ziemlich der Erste sein, der 2011 mit einem Weihnachtsalbum um die Ecke kommt. Draußen sind Temperaturen, die zumindest um die Mittagszeit noch gut und gerne ein T-Shirt rechtfertigen und da legt der Barde der Schmachtfetzen schon ein Weihnachtsalbum in die Regale. Der Wahnsinn nimmt ja mittlerweile groteske Züge an, jetzt kommen diese Album schon im Oktober in den Handel. Dauert nicht mehr lange und man kann vermutlich schon direkt nach dem Weihnachtsfest die neusten weihnachtlichen, musikalischen Errungenschaften für das nächste Tannenfest käuflich erwerben.

 

Vielleicht liegt es aber auch daran, dass sich Bublé selbst als den größten Weihnachtsfan der Welt bezeichnet. Gut, dass diese Dinger vermutlich im Hochsommer aufgenommen werden, liegt in der Natur der Sache. Die entsprechenden Promofotos mit Kunstschnee muten dann schon etwas seltsam an. Sich im Kurzarmhemd mit diesen 16 Songs zu beschäftigen ist zumindest für unsere Breitengrade eine komische Kiste.

 

Bublé hat hier die Klassiker des Fests aufgenommen. Kennt man und wird man demnächst auch wieder an jedem Tag bis zum Erbrechen mit malträtiert werden. Bublé muss man immerhin zugute halten, dass er „Santa Claus Is Coming To Town“, „Jingle Bells“, „White Christmas“, „All I Want For Christmas Is You“ (erspart uns dieses Jahr hoffentlich den Heuler von Mariah Carey), „Santa Baby“ oder „Silent Night“ in seinem ganz eigenen Stil aufgenommen hat. Man sieht schon anhand der Vielzahl der bekannten Titel, dass dies tatsächlich nur die bekannten Weihnachtsheuler sind. Fans dürfen sich immerhin über die eigene Komposition „Cold December Night“ freuen, die sich nahtlos in diesen Reigen einsortiert. Bublé hat sich zudem noch ein paar Gäste eingeladen, wie beispielsweise Shania Twain oder die Puppini Sisters. Der Kanadier überzuckert alles mit seinem bekannten Swing, schafft es aber ausgerechnet bei „Silent Night“ oder „Ave Maria“ festliche Stimmung zu verbreiten.

 

Fazit: Es ist im Grunde ziemlich einfach! „Christmas“ wird Fans von Michael Bublé ziemlich begeistern. Hinzu kommen all jene, die nicht genug von Weihnachtsmusik amerikanischer Prägung bekommen können. Und wer Ende Oktober/Anfang November schon in Festtagesstimmung ist, kann jetzt schon zugreifen. Alle anderen werden die Beine schwingen und schreiend das Weite suchen! Trotzdem hätte diese Platte auch gerne erst Anfang Dezember erscheinen dürfen, so ist das doch ein paar Wochen zu früh.

 

http://www.michaelbuble.com/de/

 

Text: Torsten Schlimbach

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