Maxi Priest: It All Comes Back To Love

Maxi Priest: It All Comes Back To Love

BMG/Warner

VÖ: 20.09.2019

 

Wertung: 7,5/12

 

Maxi Priest konnte in den 90ern seine größten Erfolge feiern und kratzte für 15 Minuten an der Tür des Superstarzimmers. Mittlerweile ist der Mann nur noch bei den Spezialisten ein Thema. Das macht aber ja auch nichts, denn Verkaufszahlen oder der Bekanntheitsgrad sagen ja nicht unbedingt etwas über die künstlerische Qualität aus. Maxi Priest hätte aber sicherlich nichts dagegen, wenn sich sein neues Album „It All Comes Back To Love“ mehr als ordentlich verkaufen und die Kritiker das Werk über den grünen Klee loben würden. Ob das beides so eintreffen wird, muss allerdings bezweifelt werden.

 

Maxi Priest hat ja schon immer gerne mit Kollegen zusammengearbeitet. Dies ist nun auch wieder der Fall. Shaggy ist mehrfach auf „It All Come Back To Love“ vertreten. Zudem hat er die Scheibe auch produziert. Inner Circle sind zudem auch aus der Versenkung auferstanden und auf dem Werk vertreten. Weitere Gäste sind Che Sav, Noah Powa oder Estelle. Die vierzehn Songs sind musikalisch ein bunter Strauß. Priest hat in der Vergangenheit ja immer wieder betont, dass er Musik für alle macht.

 

Mit „I´m Alright“ fängt das als Mischung aus Reggae und Dancehall – auch dank Shaggy – in gewohntem Fahrwasser an. „Free Falling“ wechselt dann endgültig in die Pop-Ecke, nur um mit „Cool Nuh“ und Shaggy beim gut gelaunten Dancehall anzukommen. „If I Was Your Man“, der Titeltrack und ganz besonders „If I Could Change It“ stehen knietief im Pop. Auch „It´s A Summer Vibe“ kommt im fluffigen Gewand daher. Durch die Beteiligung von Bounty Killer und Che Sav kriegt das noch ein bisschen Dancehall-Charakter verliehen. Unter dem Strich klingt das in dieser Phase des Albums zwar modern und braucht sich auch nicht hinter aktuellen Pophits nicht zu verstecken, es ist so aber auch leider austauschbar. „Anything You Want“ gefällt immerhin durch seinen melancholischen Ton. Das entspannte „My Pillow“ ist dafür ganz groß. (Mainstream-)Reggae in seiner schönsten Form! „Baby Can You Love Me Slow“ tröpfelt so dahin und „Hateful Celebration“ schlägt dann noch mal völlig aus der Art. Jetzt ist Maxi Priest beim Mainstreampop für die Generation Ü30 angekommen. Abgelöst wird das von „Bridge You Burn“. Hier bringt der Mann den Reggae ein Stück zurück, bleibt aber mit 1 ½ Beinen beim Pop stehen. „Hard As Me“ lässt die Platte dann gemächlich ausklingen.

 

Fazit: Maxi Priest setzt sich zwischen alle Stühle. Um die Anhänger aus dem Reggae-Bereich zu begeistern, enthält sein neues Album „It All Comes Back To Love“ zu wenige dieser Elemente und für die Popfans ist es dann bisweilen nicht poppig genug. Die glattgebügelte Produktion passt zwar wunderbar in das Musikjahr 2019, aber zwingend hängen bleibt da auch nicht viel. Vielleicht ist das was für die Anhänger der Zusammenarbeit von Sting und Shaggy?! „It All Comes Back To Love“ ist alles in allem ein oftmals sehr zeitgemäßes Album, welches wenig Ausschläge nach oben, aber auch nicht nach unten zu verzeichnen hat.

 

http://www.maxipriest.com/

 

Text: Torsten Schlimbach

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Dream Out Loud Magazin: © Torsten Schlimbach / Header: © Kai Knobloch