Max Mutzke: Max

Max Mutzke: Max

Sony

VÖ: 12.06.2015

 

Wertung: 8/12

 

Max Mutzke hat schon vieles ausprobiert und zuletzt trieb er sich verstohlen beim Jazz herum. Die Zeiten sind nun mit seinem neuen Album vorbei. Max Mutzke wollte offensichtlich nicht mehr suchen. Wer eine Songsammlung schlicht mit seinem Vornamen betitelt, scheint ausdrücken zu wollen, dass er nun endlich angekommen ist. „Max“ könnte auch dann das ehrlichste Werk von Mutzke sein. Soul, Pop und Funk sind die Spielwiesen, auf denen er sich bestens auskennt und dort funktioniert seine Art des Gesanges nun mal ganz hervorragend. Sein Ausflug in das Jazzfach war trotzdem eine mutige und gute Entscheidung!

 

„Max“ hat im Grunde eine lange Reise hinter sich, da er die Songs oftmals während der Tour geschrieben hat. Der Einsamkeit der Hotelzimmer muss man ja auch irgendwie entrinnen. Die Demos hat er dann teilweise mit dem Handy aufgenommen und später seiner Band vorgespielt, damit selbige ungefähr ein Gefühl dafür entwickelt, wohin die Reise gehen kann. Diese Reise endet nun einstweilen mit „Max“. Das Ergebnis kann sich hören lassen. Es ist ein erwachsenes Album. Die Zeiten mit Raab sind längst vorbei. Max Mutzke weiß was er will und was er kann – auch das drückt der Albumtitel „Max“ aus.

 

Gesungen wird in englischer und deutscher Sprache. Auch dies bildet das Selbstverständnis des Künstlers ab. Er singt eben so, wie er sich wohlfühlt. Der soulige Anfang mit „Praise The Day“ ist da der geschmeidige Einstieg. Mit „Unsere Nacht“ geht es dann in die Funk-Ecke, die auch Jan Delay gerne bedient. Eco Fresh sorgt dabei für den Rappart. Die Nummer, die vom arabischen Frühling inspiriert wurde, ist wie gemacht für die Clubs. Die nachdenkliche Nummer „Welt Hinter Glas“ hat all das, was ein Xavier Naidoo-Song meist vermissen lässt. Max Mutzke weiß einfach, wann er sich mal zurücknehmen muss. Schönes, verträumtes Stück.

 

Die dunklere Klangfarbe bei „Meant To Be“ steht ihm gut zu Gesicht. Hier geht es mit opulenter Instrumentierung in James Bond-Theme-Gefilde. „Magisch“ im Soul- und Funkgewand kommt richtig fett, während „IOU“ die unkitschige Ballade ist, die einen zum Nachdenken bringt. „Still The Same“ ist Musik für Erwachsene und das ist bitte als Kompliment zu verstehen. Ein gereifter Künstler, der abseits von Mainstreamströmungen zeitlose Musik für eine Generation macht, die die Pubertät längst hinter sich gelassen hat, ist auch etwas Schönes.

 

„Laut“ ist zwar kein schlechter Song, aber eben typische Mutzke-Kost. „Your Are All Around Me“ spielt noch mal ein bisschen mit dem Jazz. „Ich Ohne Dich“ und auch „You“ langweilen auf ihre Art leider und sind eher als Lückenfüller zu sehen. Das geschmeidige „The Loves Before“ und das zärtliche „Hier Bin Ich Sohn“ kriegen auf der Zielgeraden aber noch mal die Kurve.

 

Fazit: Max Mutzke ist musikalisch angekommen, zumindest drückt er dies mit dem Albumtitel „Max“ aus. Nimmt man den Unterbau aus Soul, Funk, Pop und ein wenig Jazz zusammen, dann stimmt dies auch. Er zeigt sich hier als gereifter Künstler, der schmissige Songs, aber auch die leisen (Zwischen)Töne beherrscht. Die Musik auf „Max“ dürfte sich an Zuhörer richten, die mitten im Leben stehen und keinen Trends nachrennen. Schön, dass ein deutscher Künstler diese Schiene bedient!

 

http://www.maxmutzke.de/

 

Text: Torsten Schlimbach

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Max Mutzke: Durch Einander

Max Mutzke: Durch Einander

Sony

VÖ: 14.09.2012

 

Wertung: 8/12

 

Max Mutzke veröffentlicht sein neues Album bei Sony Classics & Jazz. Der Mann mit dem Goldkehlchen, der einst von Stefan Raab entdeckt wurde, ist mit „Durch Einander“ also endlich da angekommen, wo er schon lange hingehört. Er hat nämlich mit diesem Werk tatsächlich ein Jazz-Album aufgenommen. Ein seltsames zudem, denn die Songs selber sind ja nicht unbedingt diesem Genre zuzuordnen. Max Mutzke hat nämlich zu großen Teilen ein Coveralbum aufgenommen. Also fast jedenfalls.

 

Eigentlich kommt Max Mutzke ja sowieso vom Jazz. Selbst bei Raab hat er damit mehr oder weniger seinen großen Durchbruch gefeiert. Danach schlug er zwar eine andere Richtung ein, aber die Liebe gehörte weiterhin diesem Genre. Schon als Kind hat er wohl die musikalische Vorliebe zum Jazz entwickelt. Die Idee, ein solches Album mal aufzunehmen, trug er schon lange mit sich herum. Ein Freund ermutigte schließlich den Schwarzwälder dies nun auch endlich mal in die Tat umzusetzen. Gesagt getan, „Durch Einander“ ist nämlich genau dies.

 

Zunächst muss man vor Mutzke den Hut ziehen, denn im Grunde ist diese Platte kommerzieller Selbstmord. Damit geht er nicht den sicheren Weg und ob das Ding ein Chartserfolg werden wird, sei noch dahingestellt. Gleichwohl besticht dieses Album durch große Qualität. Die musikalische Umsetzung ist ganz famos. „Sommerregen“ mit reichlich Flöteneinsatz erinnert gar an Jethro Tull. Wigald Boning(!) hat hier ganze Arbeit geleistet. Der großartige Klaus Doldinger veredelt danach gleich das wunderschöne „Singing my song for you“. Das schwerfällige und düstere „Du und ich“ wurde zusammen mit Götz Alsmann aufgenommen. Diese Kollaboration lag fast schon auf der Hand. Dieses melancholische Stück ist ein zentraler Fixpunkt von „Durch Einander“!

 

Über allen Songs strahlt die Stimme von Max Mutzke und dann hat er sich natürlich auch erstklassiges Material ausgesucht. Den Slackersong „Creep“ von Radiohead hat er dabei zu einem wilden Ritt auf dem Piano gemacht, während „You Are So Beautiful“ von Billy Preston zu einer Jazzballade mutiert. „What´s Going On“ hat zwar den wunderbaren Nils Landgreen mit im Boot, aber an das Original kann diese Version nicht mal im Ansatz heranreichen – dafür ist diese Interpretation zu langweilig. „Du bis so sexy“ mit Thomas D wirkt auch irgendwie blutleer.

 

Dafür wissen andere Songs zu überzeugen. Die Mörderballade „Ohne Dich“ von Selig beispielsweise. Mit Christian Neander hat er dann auch gleich den passenden Mann an der Gitarre dabei. „Empire State of mind“ wurde in den letzten Jahre totgespielt und doch schafft es Max Mutzke daraus eine wundervolle Jazzballade mit neuem Ansatz zu machen. Ganz groß ist auch das Duett mit Cassandra Steen bei „Me & Mrs Jones“. Das erinnert an die großen Zeiten der Crooner!

 

Fazit: Max Mutzke hat sich mit „Durch Einander“ einen Traum erfüllt und ein ganz vorzügliches Jazz-Album aufgenommen. Kommerziell ist dieser Ansatz sicher mutig! Man merkt, dass ihm diese Songs und dieses Genre am Herzen liegen und er alles in die Waagschale geworfen hat, was er zu bieten hat. In erster Linie ist das seine außergewöhnliche Stimmkraft. Die vielen Gäste veredeln dieses Album zusätzlich. Bis auf ganz wenige Ausnahmen ist das eine sehr stimmige und gelungene Platte! Das Songmaterial ist aber natürlich auch ein Selbstläufer...

 

http://www.maxmutzke.de/

 

Text: Torsten Schlimbach

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