Marlon Roudette: Electric Soul

Marlon Roudette: Electric Soul

Universal

VÖ: 08.08.2014

 

Wertung: 6/12

 

Marlon Roudette meldet sich mit seinem zweiten Album zurück und man kann schon jetzt davon ausgehen, dass „Electric Soul“ die eine oder andere Single abwerfen wird. Moment mal! Zweites Album? Es kommt einem tatsächlich so vor, als würden Alben von Roudette ein fester Bestandteil der Charts sein. Zumindest auf seine Songs trifft das zu. Abgesehen davon ist der Mann mit einer Stimme ausgestattet, die nicht sonderlich spektakulär ist, sich aber durch eine Einzigartigkeit auszeichnet, dass man sie unter vielen anderen problemlos heraushören kann. Auf den Sound trifft dies ebenfalls zu. Wer den Vorgänger also schon in sein Herz geschlossen hat, wird auch „Eletctric Soul“ schnell lieben (lernen).

 

Mit Tim Bran und Roy Kerr konnte Marlon Roudette die Produzenten für „Electric Soul“ gewinnen, die schon das Debütalbum von London Grammar auf den Weg brachten und selbiges liebt der gute Marlon über alle Maßen. Drake oder The Weeknd gehören ebenfalls zu seinen Einflüssen. Hören kann man davon allerdings sehr wenig. Wo sich die von ihm so geschätzten Kollegen immer ein bisschen sperrig geben, nimmt Marlon Roudette mit Vollgas die Abbiegung in Richtung Mainstream und startet den Angriff auf die Charts; die Radiosender und deren Billigpopformate: „Electric Soul“ ist sicher gut produziert und auf die heutigen Hörgewohnheiten zugeschnitten, die Stimme von Roudette kommt unaufdringlich und ganz sanft in den Ohren an und letztlich hat da fast jede Nummer Hitpotenzial. Es ist aber auch kaum mal ein Ausreißer dabei, da wird die totale Sicherheitsnummer gefahren und im Grunde ist „Electric Soul“ einfach nur egal. Es ja nicht mal für einen Aufreger gut.

 

Erst mit dem Reggae-Stück „Nice Things“ kriegt die Platte etwas Drive und kommt mal aus der Komfortzone heraus. Es ist der letzte Song des Albums. „America“ macht es all jenen, die Roudette mögen, recht einfach. Zwar ist der Track weitestgehend von einer düsteren Grundstimmung geprägt, die Sounds bewegen sich aber auf bekanntem Roudette-Terrain. „Come Along“ führt das – mit ein paar zusätzlichen Beats aus der Londoner-Schule – fort. „When The Beats Drops Out“ ist der Smash-Hit von „Electric Soul“. „Your Only Love“ könnte man allerdings auch direkt als Single auskoppeln. Etwas ruhiger, aber die Tauglichkeit für die Charts ist da ganz groß. Und so geht es munter weiter. „Runaround“ ist auch nur eine weitere Variation. „Body Language“ bringt mit seinen Plucker-BlingBling-Beats immerhin mal etwas Abwechslung in den Laden. Danach geht es aber weiter in bewährter Popmanier, mit den hinlänglich bekannten Roudette-Versatzstücken. Die Ballade „Hearts Pull“ mäandert dabei sogar ziellos daher. Mit dem folkig angehauchten „In Luck“ gibt es zum Schlussspurt immerhin auch noch mal einen Song, der etwas aus dem bekannten Muster ausbricht.

 

Fazit: Wer das Debüt von Marlon Roudette oder das Duo Mattafix mag, wird auch „Electric Soul“ schnell in sein Herz schließen. Der britische Musiker kann was, keine Frage. Auch seine angenehme Stimme macht es einem leicht. Trotzdem fehlt es diesem Album an Abwechslung und Roudette greift mit seinem Team auf die bewährte Schiene zurück und so wird das doch schnell austauschbar und langweilig. Parallelen zu Ryan Tedder sind da nicht von der Hand zu weisen – der Erfolg, den beide damit einfahren, wird sicher nicht dafür sorgen, dass sich da beim Sound mal was tut. Schade.

 

http://www.marlonroudette.com/landingpages/2014/de/

 

Text: Torsten Schlimbach

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Dream Out Loud Magazin: © Torsten Schlimbach / Header: © Kai Knobloch