Marla Pétale: Posion Arrows

Marla Pétale: Posion Arrows

Department Musik/Warner

VÖ: 20.10.2017

 

Wertung: 7/12

 

Marla Pétale hat im Showgeschäft schon eine Menge gesehen und erlebt. Auch die Schattenseiten machten vor ihr nicht Halt. Es läuft eben nicht immer alles wie geplant. Wobei sich die Dame nun wirklich nicht beklagen kann. Das Ballett war dann doch nicht so ganz ihre Welt, aber wer kann schon von sich behaupten; ein Engagement im berühmten Crazy Horse in Paris erhalten zu haben? Wer kriegt schon ein Angebot vom Cirque de Soleil und ist dann auch noch so kühn dies auszuschlagen? Der Traum einer Gesangskarriere stand aber eben auch immer ganz oben auf dem Zettel und nicht nur der Tanz. Sie strandete in Berlin, nahm ihr nun vorliegendes Album „Poison Arrows“ allerdings in der Heimat ihrer Mutter, in Mazedonien auf.

 

Marla Pétale ist im Musikgeschäft auch keine Unbekannte. Als Marla Blumenblatt veröffentlichte sie mit „Immer Die Boys“ ein vielbeachtetes Album, welches von der Kritik sehr wohlwollend aufgenommen wurde. Damals war die Rede von einem neuen Schlager. Das stimmte nur bedingt, denn eigentlich hat das mit Schlager recht wenig zu tun, dafür hat sie ein Faible für die Musik vergangener Jahrzehnte. Dies ist nun auch unter dem neuen Pseudonym Marla Pétale nicht anders. „Posion Arrows“ ist sprachlich ein vielfältiges Album. Deutsch, Englisch und Französisch gibt mitunter auch dann auch die musikalische Richtung vor.

 

„Merci Monsieur“ hört sich dabei dann auch noch wie aus einem James Bond-Film entsprungen an. Singen kann die gute Marla, keine Frage. „Chamdagie Bubbles“ ist Jazz und Swing der ganz alten Schule. Es darf getanzt werden. Gerne auch auf den Tischen. Aber bitte im Kleid oder Anzug. „Turkish Coffee“ hört sich wie aus der Zeit gefallen an. Und das Ding ist natürlich ein verdammter Hit. Tanzbar bis der Arzt kommt. „Wednesday Till Friday“ knüpft daran an, aber ist zu ähnlich und so verliert das Album an dieser Stelle auch etwas den Spannungsbogen. Das laszive „Opium And Bondage“ lenkt die Atmosphäre aber wieder in die richtigen Bahnen. Verrucht und sexy, aber auch melancholisch und traurig. „Icing“ swingt wieder wunderbar, hat aber auch ein bisschen Balkanflair zu bieten. Dadurch weht auch der Hauch von Weltmusik durch die Platte. Das Titelstück „Poison Arrows“ ist ein langsamer Walzer und dann gibt es mit „Schiff“ einen deutschsprachigen Song im Knef-Spannungsfeld. Mit dem Chanson „J´attendrai“ endet das Album dann sehr stilvoll.

 

Fazit: Wer Retro-Musik mag, ist bei Marla Pétale und ihrem Album „Poison Arrows“ sehr gut aufgehoben. Jazz, Swing, Walzer und Chanson lassen die Musik vergangener Jahrzehnte aufleben. Singen kann die Dame und musikalisch ist das auch entsprechend gut in Szene gesetzt worden. Tanzbar ist das zudem auch noch. Nichts, was man jeden Tag und in jeder Stimmung auflegen kann, aber wenn man bereit dafür ist, dann kann einem dieses Album den Tag versüßen.

 

http://departmentmusik.de/artists/59-marla-petale

 

Text: Torsten Schlimbach

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