MarieMarie: O

MarieMarie: O

Universal

VÖ: 07.02.2014

 

Wertung: 8/12

 

Es sind die Gegensätze, die MarieMarie und ihre Musik auszeichnen. Die roten Haare lassen eher auf eine Punk-Sozialstation schließen, in Verbindung mit dem düsteren Cover ihres Albums „O“ allerdings auf einen Dark Wave-Act, der die Flucht zurück in die Sounds der 80er antritt. Die Uhren ticken bei MarieMarie definitiv etwas anders. MarieMarie ist einer der spannendsten Acts, die Deutschland zu bieten hat. „O“ ist definitiv eine Sternstunde des deutschen Musikmarktes.

 

MarieMarie wurde in den USA ausgebildet und hat dort als Musikerin eine ganze Menge gelernt. Dies wollte sie in Hinblick auf „O“ aber auch wieder ganz schnell vergessen. Die Platte sollte ja nicht nach dem Baukastenprinzip entstehen und vielmehr Dinge zulassen, die eben nicht alltäglich sind. Bei MarieMarie aber schon. Sie jagt das ganze Sammelsurium aus dem Zauberwald durch eine Synthesizer. Dabei können dann auch glatt mal Klänge entstehen, die nach herkömmlichem Radiopop klingen – nachzuhören bei „Salt Is My Sugar“ oder derart entrückt sind, dass sie aus einer anderen Zeit entsprungen sein könnten und den Zuhörer auf eine gar ganz wundervolle Reise mitnehmen. „Machine“ und „Machine My Inner Echo“ sind da nur ein paar Beispiele von vielen. Und dies alles ist der schier unbändigen Kreativität von MarieMarie zu verdanken, denn ihre Songs schreibt sie zumindest federführend mit.

 

Die größte Leistung auf „O“ ist sicher, dass dies alles wunderbar im Fluss ist und manche dissonanten Klänge, beispielsweise bei dem höchst interessanten „Favorite Rain“, nicht die exotischen Farbtupfer sind um Aufmerksamkeit zu erhaschen, sondern ein notwendiges Instrumentarium, um die Visionen der Münchnerin umzusetzen. Das darf dann gerne mal schönster Pop sein, der mit „Future“ sogar in das Mainstreamradio drängen könnte oder sich in dunklen, teilweise avantgardistischen bis mittelalterlichen Klängen äußert und mit „Do It Like A Ninja“ einen Glanzpunkt dieser Platte abliefert.

 

Fazit: „O“ von MarieMarie ist eine kleine musikalische Überraschung. Popmusik, die mal klingt wie herkömmliche Radiosongs – aber der guten Sorte – in den erstaunlichsten Momenten aber wie aus einem anderen Universum entsprungen. Man hört ja auch nicht jeden Tag analoge Instrumente die durch den Synthesizer gejagt werden. Es sind eben diese Gegensätze, die MarieMarie antreiben und letztlich auch ausmachen.

 

http://www.mariemariemusic.com/

 

Text: Torsten Schlimbach

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Dream Out Loud Magazin: © Torsten Schlimbach / Header: © Kai Knobloch