Luke Evans: At Last

Luke Evans: At Last

BMG

VÖ: 22.11.2019

 

Wertung: 5/12

 

Es ist immer so eine Sache, wenn Schauspieler meinen sich auch noch als Musiker zu verwirklichen. Oftmals geht das in die Hose. Luke Evans betont im Vorfeld der Veröffentlichung seines Debüts „At Last“ deshalb gerne, dass er eigentlich schon vor der Schauspielerei Sänger war. Seine Stimme ist sicherlich ausgebildet, aber musste er deswegen gleich ein Coveralbum mit Klassikern der Musikgeschichte aufnehmen? Nein! Hat er aber. Leider.

 

„At Last“ ist in jeglicher Hinsicht eine Vollkatastrophe. Das Royal Philharmonic Orchestra hat hier wirklich jeden Track komplett zugekleistert. Das Muster ist im Grunde ein immer wiederkehrendes. Die Musiker erledigen deutlich hörbar eine Auftragsarbeit. Das machen sie natürlich auf hohem Niveau, aber der Zuckerguss nervt.

 

Und Luke Evans? Völlig überambitioniert trägt er die Songs vor. Seine Musicaltheatralik raubt den Stücken gänzlich ihre Seele. „With Or Without You“ von U2 wird in Grund und Boden gesungen. Grausam. „If I Could Turn Back Time“ wurde zumindest bis auf sein Grundgerüst reduziert, geht letztlich aber auch wieder im Musicalnebel unter. „Show Me Heaven“ ist selbst für die kitschige Zeit im Dezember vollständig drüber. „Faith´s Song“ passt immerhin ganz gut zur Stimme. Apropos Stimme: Luke Evans trifft die Töne und er hat durchaus eine ausgebildete Stimme, die sich allerdings anhört wie jede x-beliebige Musicalgesangsstimme aus der zweiten und dritten Reihe.

 

Fazit: Jetzt hat also auch Luke Evans sich als Sänger versucht und mit „At Last“ ein Album aufgenommen. Wer auf Musicals abfährt, kann hier ja mal reinhören. Er interpretiert bekannte Songs der 80er und 90er jedenfalls auf diese Art und Weise. Dazu verrichtet das Royal Philharmonic Orchestra Dienst nach Vorschrift. Bitte ab jetzt wieder das Augenmerk auf die Schauspielerei lenken, lieber Luke Evans!

 

Text: Torsten Schlimbach

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Dream Out Loud Magazin: © Torsten Schlimbach / Header: © Kai Knobloch