Louka: Flimmern (EP)

Louka: Flimmern (EP)

Sony

VÖ: 03.02.2017

 

Tipp!

 

Deutschsprachige Musik macht es einem mittlerweile ja nicht gerade leicht. Vieles hört sich doch sehr nach Kalkül an und ist sehr austauschbar. Eine gewisse Übersättigung hat da schon lange eingesetzt. Braucht es da nun noch eine Künstlerin aus Berlin-Wedding (ausgerechnet!) mit deutschsprachigen Texten? Unbedingt! Louka überrascht mit ihrer EP „Flimmern“ nämlich auf ganzer Linie – und dies in jeglicher Hinsicht!

 

Zunächst ist da diese Stimme. Schon bei den ersten Tönen stellt sich unweigerlich ein Aha-Effekt ein. Louka nimmt sich Zeit für Lücken, die Phrasierung folgt nicht unbedingt den gängigen Klischees. Dadurch faszinieren einen die Songs und üben einen besonderen Reiz aus. Textlich folgt das auch keinem geraden Weg. Louka sammelt ihre Ideen unterwegs. Das kann ein Plakat sein, Beobachtungen in der Bahn, Gesprächsfetzen – kurzum alles, was einem im Alltag so begegnet. Sie schreibt sich das alles in Notizbücher auf, von denen sie schon eine stattliche Sammlung ihr eigen nennt. Bestenfalls fließen die Beobachtungen in die Songs mit ein.

 

Auf „Flimmern“ gibt es einen Eindruck davon. Hört man sich in die Texte ein, dann sind die größtenteils mit sehr vielen melancholischen Momenten versehen. Zwischenmenschliche Beziehungen sind ja auch nicht einfach. Das menschliche Dasein ist ja auch kompliziert – gerade wenn man das auf die Gefühlswelt herunter bricht.

 

Musikalisch wird das oftmals von Minimalismus begleitet. Beats, Synties, aber auch Gitarren bereichern das Soundgewand. Sound-Spielereien werden geschickt gesetzt. Live funktioniert das ganz gut. Besonders „Wann Immer“ und das Herzstück der EP - „Outro“ - aus einer Spiegelsaal-Session unterstreichen dies nachhaltig. „Flimmern“ und „Steine Werfen“ in wundervollen Akustikversionen verstärken den sensationellen Live-Eindruck zusätzlich. Das ist sowieso nicht die schlechteste Idee, die vier EP-Tracks auch noch mal als Live-Varianten zu präsentieren.

 

Fazit: Louka könnte sich zu einer der Neuentdeckungen des Musikjahres 2017 mausern. Es gibt momentan keine vergleichbare Künstlerin auf dem deutschsprachigen Musikmarkt. Die Herren lassen wir dabei sowieso mal vollkommen außen vor, da kann ihr keiner das Wasser reichen. Das Zusammenspiel zwischen Text, Gesang und Musik ist außergewöhnlich.

 

www.loukamusik.de

 

Text: Torsten Schlimbach

S U C H E
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Dream Out Loud Magazin: © Torsten Schlimbach / Header: © Kai Knobloch