Livingston: Fire To Fire

Livingston: Fire To Fire

Universal

VÖ: 30.03.2012

 

Wertung: 5/12

 

Mit „Sign Language“ konnten die Jungs von Livingston ein erstes Ausrufezeichen auch auf der deutschen Musiklandkarte setzen. Schnell sprach sich die frohe Kunde über eine neue hoffnungsvolle Band herum. Die Anhängerschaft konnte stetig vergrößert werden und wenn man so will, dann kam der Erfolg nicht über Nacht, sondern wurde Schritt für Schritt angegangen. Ist ja auch noch ein weiter Weg bis zu den Podiumsplätzen. Diese sollen jetzt mit dem neuen Album „Fire To Fire“ erobert werden. Ein Flächenbrand soll entstehen, der so schnell nicht mehr zu löschen ist.

 

Der ganz große Durchbruch könnte mit der zweiten Platte tatsächlich gelingen. Wem Coldplay mit dem aktuellen Album zu viele Experimente wagen, Snow Patrol zu hart sind und Reamonn aufgrund der Stimme von Ray nicht zusagt, ja die oder der ist herzlich dazu eingeladen „Fire To Fire“ zu entdecken. Eigentlich ist es völlig unverständlich, dass David Bottrill diese Kiste produziert hat. Der mit dem einen oder anderen Grammy behangene Mann hat immerhin für Tool an den Reglern gesessen. Vielleicht hat er hier aber auch noch das Beste raus geholt. Dann will man allerdings gar nicht wissen, wie die Platte denn wohl ursprünglich geklungen haben mag.

 

Oberflächlich betrachtet ist das Gehörte nicht mal schlecht. „Beautiful“ hört sich dann auch wie ein Überbleibsel von Muse an. „Quiet No Crazy“ ist das neue „Supergirl“ - genau, die Durchbruchsnummer von Reamonn – und „Supernova“ dürfte der Versuch einen Coldplay Hit der „X&Y“ Phase zu schreiben sein. Natürlich wird das alles in ein nettes Rockgewand verpackt und soll mächtig auf die Pauke hauen und rotzig sein. Ist es leider nicht! Es ist alles derart glattgebügelt, dass es einem die Schuhe auszieht. Konzipiert für den Mainstream. Millionen einsamer Seelen, alleinerziehende Mütter und verlassene Hausfrauen dürfen in den stillen Abendstunden zu „No More Promises“ den Tränen freien Lauf lassen. Ist ja auch kein Problem, nur ist dies alles derart stylisch angelegt – inklusive der vielen netten und schönen Menschen im Booklet – dass dieser Musik jegliche Seele abhanden gekommen ist.

 

Natürlich wird „Fire To Fire“ sämtliche Herzen erweichen und man sollte schon mal die Taschentücher bereitlegen. Ja, die Band, die ihr Hauptquartier in Berlin aufgeschlagen hat, weiß eben was sie will. Viel Pathos und Bombast – das ist mal amtlich verbrieft. „Somebody“ soll dann wohl die nachhaltige Alternativnummer sein, die auch noch die Rockhörerschaft einsammeln will. Mal ehrlich, das wird nicht klappen oder hat das schon bei Stanfour hingehauen? Eben!

 

Fazit: Die Zeichen stehen für Livingston mit „Fire To Fire“ auf Erfolg. Komplett. Das Album bringt alles mit, was das Mainstreamradio braucht und die Hörer glücklich macht. Musik, die wie am Zeichenbrett für eine erfolgreiche Musikerradiokarriere entworfen klingt. Alles da! Viel Pathos, noch mehr Bombast, die großen Gefühle, der ganze Schmerz und die Melancholie. Blöd nur, dass man Seele und Herz dabei übersehen hat. Man kann aber auch nicht an alles denken. Ab ins Radio mit dem Flächenbrand.

 

http://www.livingstonmusic.co.uk/

 

Text: Torsten Schlimbach

S U C H E
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