Kiefer Sutherland: Reckless & Me

Kiefer Sutherland: Reckless & Me

BMG

VÖ: 26.04.2019

 

Wertung: 8/12

 

Kiefer Sutherland ist ein Weltstar. Den Mann hat man aber eher als Schauspieler auf dem Zettel und nicht als Songschreiber und Musiker. Als er 2016 sein Debüt „Down In The Hole“ veröffentlichte, hat wohl keiner damit gerechnet, dass er so ein Ding raushaut. Die Kritiker waren durch die Bank positiv gestimmt und schnell hatte sich der gute Kiefer den Ruf eines hervorragenden Live-Musikers erspielt. Er hat sich richtig auf die Ochsentour begeben. Jetzt veröffentlicht er mit „Reckless & Me“ den Nachfolger und auch damit wird er sich in den kleinen Clubs und Spelunken einfinden. Kiefer Sutherland hat sich einfach so in die Bühnenarbeit verliebt – dies hat er selber nicht mal kommen sehen.

 

Die zehn neuen Songs wurden von seinem Mitstreiter Jule Cole produziert. Es ist abermals eine knackige Mischung aus Rock und Country und einer Prise Blues. Man könnte auch einfach den Oberbegriff Americana nehmen. „Reckless & Me“ ist ein Album, welches voll und ganz der traditionellen amerikanischen Musik verpflichtet ist. Die Stimme von Sutherland ist durchaus sehr markant und das raue und rauchige Timbre hebt sich von der Masse ab. Man sollte allerdings die wundervolle Instrumentierung nicht vergessen. „Saskatchewan“ ist eine wundervolle Ballade im Spannungsfeld zwischen Country, Folk und eben Americana. Die Produktion ist übrigens ganz toll und lässt der famosen Instrumentierung genug Raum zum Atmen.

 

Mit dem rockigen „Open Road“ startet Sutherland in das Album. Man spürt als Zuhörer förmlich den Staub des Highways zwischen den Zähnen. Mitunter ist das die beste Gesangsleistung, die sich hinter den Etablierten des Genres nicht zu verstecken braucht. „Something You Love“ ist solide Kost, wie man sie zwar schon Dutzendfach gehört hat, aber der schmissige und rockige Vortrag macht Spaß. „Faded Pair Of Blue Jeans“ ist derart entspannt, dass man sich seinen Whiskey bei einer Partie Billard gerne schmecken lässt. Der Titelsong „Reckless & Me“ fällt da etwas ab und auch „Blame It On Your Heart“ ist etwas zu bieder. Das ist dann doch zu abgestanden. Genrefans wird es trotzdem erfreuen.

 

„This Is How It´s Done“ kommt aber wieder ordentlich aus den Hufen und galoppiert durch die freie Wildbahn. Der bluesige Rock von „Agave“ dürfte sich live zu einem absoluten Kracher entwickeln. „Run To Him“ führt uns dann auf direktem Wege in den Saloon. Der letzte Track – „Song For A Daughter“ – klingt so, wie ein Lied mit diesem Titel klingen soll und muss!

 

Fazit: Kiefer Sutherland beweist auch mit „Reckless & Me“, dass er ein wirklich toller Geschichtenerzähler, Sänger und Musiker ist. Sein Name mag ihm da so manche Türen geöffnet haben, aber durchgegangen ist der gute Kiefer schon alleine. Es hätte ja auch alles schnell in Spott und Häme enden können. Tat und tut es aber nicht. Dafür ist diese Americana-Gemisch auch einfach viel zu gut. Authentisch ist das sowieso und Sutherland zudem mit einer kernigen Singstimme gesegnet.

 

https://kiefersutherlandhome.com/

 

Text: Torsten Schlimbach

Empfehlen Sie diese Seite auf:

Druckversion Druckversion | Sitemap Diese Seite weiterempfehlen Diese Seite weiterempfehlen
Dream Out Loud Magazin: © Torsten Schlimbach / Header: © Kai Knobloch