Kiddo Kat: Piece Of Cake

Kiddo Kat: Piece Of Cake

Record Jet/Soulfood

VÖ: 13.07.2018

 

Wertung: 7,5/12

 

Kann sich noch einer an die beiden Damen erinnern, die in einer Frankfurt S-Bahn „Kiss“ von Prince anstimmten? Als musikalische Untermalung hatten sie eine Akustikgitarre und ein Cajon dabei. Ein bisschen stahl ihnen allerdings der Fahrgast, der rappend und singend einstieg, die Show. Das Handyvideo dazu wurde mehr als 100 Millionen Mal angeklickt und war für ein paar Tage der Hit in den sozialen Netzwerken. Die Dame mit der Gitarre ist Kiddo Kat und veröffentlicht mit „Piece Of Cake“ nun ihre Debüt. Musikalisch haben die Songs mit der „Kiss“-Interpretation aber nichts gemeinsam.

 

Die zwölf Songs setzen eher auf sehr viel Groove als Stilmittel. Popmusik, die aber durchaus auch sehr viele Elemente des HipHops in sich trägt. EDM Beats, dezente Gitarren und alles was der Setkasten der Popmusik so hergibt, werden da miteinander vermengt. Die Dame hat durchaus eine sehr markante und ausdrucksstarke Stimme. Manchmal geht das aber auch im Einheitsbrei unter. „Boomerang“ ist dann auch eher weichgespülte Popkost von der Stange. Der coole Einstieg mit „Behave“ lässt da eher aufhorchen. Versteckte Rapparts machen das zu einem Ereignis. Das lässige „Just Kidding“ toppt das in der Mitte des Albums noch ganz locker. Cooler Style. „Settle Down“ holt die Sonne noch herein. Das kann man auf jeder Garten- oder Strandparty laufen lassen. Hebt die Stimmung, macht Laune.

 

Mit „You Need To Know That“ gibt es auch eine Ballade aus dem Tränenland. Die Nummer hangelt sich an einer starken Bassline entlang und hebt sich somit von belanglosen Popnümmerchen ähnlichen Kalibers ab. Das schafft „Drunk On Life“ leider nicht. Da kann die Stimme dann auch nur unwesentlich etwas retten. Muss man wohl unter zeitgemäßer Popmusik ohne Wiedererkennungswert verbuchen. Man würde sich ja wünschen, dass Kiddo Kat mal ein ganzes Album im Stile von „You Need To Know That“ oder „Muted“ in den vorliegenden Akustikvarianten aufnimmt. Das ist bärenstark und das ist eigentlich auch die Richtung, die Kiddo Kat hörbar liegt. Bitte mehr davon!

 

Fazit: Kiddo Kat hat mit „Piece Of Cake“ ein nettes Popalbum mit sehr viel Groove aufgenommen. Coole Basslines treffen auf EDM Beats. Zusammen mit ihrer ausdrucksstarken Stimme ist das dann bisweilen eine ziemlich lässige Angelegenheit. Manches versinkt aber auch im Popeinheitsbrei dieser Tage. Man würde die Dame gerne öfters nur mit der Akustikgitarre und ihrem Gesang hören.

 

https://www.kiddo-kat.com/

 

Text: Torsten Schlimbach

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Dream Out Loud Magazin: © Torsten Schlimbach / Header: © Kai Knobloch