Keri Hilson: No Boys Allowed (New Version)

Keri Hilson: No Boys Allowed (New Version)

Universal

VÖ: 08.07.2011

 

Wertung: 7,5/12

 

Die einstige Songlieferantin für Superstars wie Britney Spears, Ciara, Ludacris, Kelly Rowland, Mary J. Blige und Usher ist mittlerweile selbst in dieser Riege angekommen. Die Rede ist von Keri Hilson, die spätestens seit „I Like“ zu den ganz Großen des R&B Geschehens zu zählen ist. Die Nummer landete folgerichtig auf Platz 1 der Charts und lief im Radio rauf und runter. Oder sollte man besser sagen läuft? Dabei ist dies mittlerweile kalter Kaffee von gestern. Schon seit Herbst 2010 liegt ihr zweites Album vor. Leider ist es mittlerweile gängige Praxis, dass gerade in diesem Genre dann noch mal eine überarbeitete Ausgabe nachgeschoben wird, die dann neue oder alternative Versionen als zusätzlichen Kaufanreiz an Bord hat. Im Falle von „No Boys Allowed“ wird dies nun auch so gehandhabt.

 

Man ist sich durchaus über den Überflieger „I Like“ und der damit verbundenen Magnetkraft für die Käufer im Klaren und somit wird das Ding hier leider erneut verbraten. Das wäre gar nicht nötig gewesen und das passt letztlich auch nicht zum Albumkontex von „No Boys Allowed“. Die Scheibe hat zwar mit Kanye West, Chris Brown, Rick Ross, J-Cole und den Produzenten Timbaland und Polow Da Don jede Menge Gäste mit an Bord, aber trotzdem ist es durch und durch die große Keri Hilson Show! Darüber hinaus wirken übrigens Ne-Yo und John Legend als Produzenten oder Gastmusiker mit. Noch Fragen über die Relevanz von Keri Hilson?

 

Mit „Pretty Girl Rock“ findet sich natürlich auch hier eine prominente Single wieder. Leider ist das eine ziemlich seichte Popnummer, die einzig und alleine darauf abzielt den Radiostationen dieser Welt neues Futter zu liefern. Das mag funktionieren, ist aber wenig gehaltvoll. Da kommt der knackige Beat von „Buyou“ schon wesentlich besser. Oder nehmen wir das total abgedrehte und hektische „The Way You Love Me“. Bitte anschnallen, denn sonnst wackelt der Popo bis der Arzt kommt. Das ist für manchen ganz sicher zu harte Kost und dürfte den einen oder anderen Radiohörer verschrecken. „Bahm Bahm (Do It Once Again)“ geht in eine ganz andere Richtung und fährt gepflegten Ragga(muffin) auf. Man kann Keri Hilson jedenfalls nicht vorwerfen, dass sie nur nach Schema F verfährt.

 

Natürlich gibt es solche Songs auch. „One Night Stand“ oder „Lose Control“ ist amerikanischer R&B von der Stange. Und natürlich bekommen auch die Balladenfreunde für ihre schönsten Stunden wieder neues Futter. Aber mal ehrlich, so ein Ding wie „Toy Soldier“ könnte auch von jeder anderen Sängerin aus dieser Genre-Schublade stammen. „No Boys Allowed“ wird immer dann gut, wenn die Beats wie bei „Breaking Point“ etwas aus der Art schlagen. Oder Keri Hilson gesanglich etwas wagt („Gimme What I Want“).

 

Mit „Hustler“ wurde nun eine Ballade zusätzlich auf das Album gepackt, die zwar unspektakulär ist, aber im Großen und Ganzen in Ordnung geht. „Lie To Me“ (mit Timbaland) kann anschließend nur wenig Akzente setzen. Immerhin hat „Won´t Be Long“ etwas mehr Pop-Pfeffer im Hintern. Auch hier hat Timbaland die musikalische Führung übernommen. „Fearless“ dürfte zumindest Fans begeistern. Aber so richtig aus dem Quark kommt auf der Bonusseite nur „Drippin´“, welches dann auch tatsächlich so etwas wie einen Mehrwert zu bieten hat.

 

Fazit: Ob es die neue Version von „No Boys Allowed“ gebraucht hätte, sei mal dahingestellt. Die sechs zusätzlichen Songs gehen in Ordnung, bringen das Album aber auch nicht sonderlich weiter nach vorne. Insgesamt muss man aber mal wieder feststellen, dass Keri Hilson mittlerweile tatsächlich zu den Großen im R&B-Bereich gehört. Natürlich gibt es auch hier wieder Dutzendware von der Stange, die sie stimmlich dann aber doch immer wieder sicher über die Ziellinie bringt. Es gibt auf der anderen Seite aber auch immer wieder kleine Perlen auf die Ohren, die sich dann doch gehörig von dem unterscheiden, was sonst so in diesem Bereich fabriziert wird. Die Beats lassen aufhorchen und auch der Gesang unterscheidet sich dann ganz gewaltig von dem Gejammer ihrer Kolleginnen. Hoch anrechnen muss man Keri Hilson zudem, dass sie nicht auf den Zug mit der Aufschrift Dancefloor-Müll aufgesprungen ist.

 

http://www.kerihilson.com/

 

Text: Torsten Schlimbach

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