Ken Hensley: Rare & Timeless

Ken Hensley: Rare & Timeless

BMG

VÖ: 30.03.2018

 

Wertung: 6,5/12

 

Ken Hensley hat ein kleines Stück Musikgeschichte mitgeschrieben. Aufgewachsen ist er im Südwesten von London und machte sich von dort aus auf die Welt zu erobern. Mit der Musikweltherrschaft hat es zwar nicht ganz geklappt, aber als Mitglied von Uriah Heep hat er doch so manchen Klassiker mitzuverantworten. 1980 stieg er aus der Band aus, bis dahin hat er dort seine Spuren als Organist, Gitarrist und teilweise auch als Sänger hinterlassen. Aus seiner Feder stammen Hits wie „Lady In Black“ oder „Easy Livin´“. Jetzt wird ein neues Album von Hensley veröffentlicht. Der Titel „Rare & Timeless“ ist ja selbsterklärend. Es handelt sich somit nicht um eine schnöde „Best Of“-Zusammenstellung, sondern um Titel, die Hensley selber ausgewählt hat und die auch nicht unbedingt schon jeder im Schrank stehen hat!

 

„Send Me An Angel“ ist ein neuer Song von Hensley. Selbiger ist eine Powerballade wie sie im Buche steht - mit aller Dramatik und Theatralik die man sich vorstellen kann. Da muss man aber auch aufpassen, dass die Boxen aufgrund des Zuckers nicht verkleben. Ein weiterer neuer Song findet sich mit „The Last Dance“ unter den fünfzehn Tracks. Auch hierbei handelt es sich um eine Ballade. Diese ist allerdings viel reduzierter und der sehnsuchtsvolle Gesang steht da im Zentrum des Geschehens. Das ist im Grunde seines Herzens eine keltische Folkballade, auch wenn in der Mitte die E-Gitarre dazwischen fährt und die Nummer noch bombastische Auswüchse annimmt.

 

„Mine“ wurde von Hensley für die Zusammenstellung neu eingespielt. Eine Pianoballade, die man fast als klassisch bezeichnen muss. Das gilt auch für „The Longest Night“. Hensley gibt sich auf „Rare & Timeless“ als der Balladenkönig. „I Did It All“ ist zwar üppiger ausstaffiert, aber auch das ist rührselig, wird von „I Close My Eyes“ aber noch geschlagen.

 

Was gibt es noch? Das Werk fängt mit „Free Me“ recht schmissig an, aber das ist im Grunde so eine Schunkelnummer für die Festzelte. „If I Was The Time“ rockt ein bisschen mehr und gefällt mit seinem Holperpiano. „Fortune“ kann mit einer verträumten Gitarre punkten und natürlich wurde auch „Lady In Black“ auf dem Album verbraten. Hierbei handelt es sich allerdings um einen Remix, der dem Song wohl ein zeitgemäßes Gewand geben soll, aber komplett verzichtbar ist.

 

Fazit: „Rare & Timeless“ ist für Fans von Ken Hensley vermutlich eine feine Sache, zumal der Mann auch in seinen Archiven gewühlt und einige unbekannte Fotos ausgegraben hat. Die Liner Notes stammen übrigens auch aus seiner Feder. Die Songs – teilweise unveröffentlicht – sind aber hin und wieder viel zu rührselig und mit derart viel Zucker überhäuft worden, dass das alles wie eine klebrige Masse wirkt. In den schlimmsten Momenten ist das bieder und altbacken, in den guten geht das aber auch richtig zu Herzen!

 

http://www.ken-hensley.com/

 

Text: Torsten Schlimbach

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