Keinepanik: Kein Problem

Keinepanik: Kein Problem

Live Talent Records

VÖ: 10.08.2018

 

Wertung: 5/12

 

Kein Problem? Doch! Jedenfalls wenn es um die Musik der Hürther-Jungs von Keinepanik geht. Mit ihrem neuen Album haben sie wieder (mal) fluffigen Schlagerpop vertont, der sich auch mal hinter einer schmissigen Gitarre versteckt, die aber selbst die Schwiegermutti nicht vor Schreck vom Stuhl kippen lässt. Der ganze Herzschmerz einer Liebesbeziehung wird in guter Laune verpackt. Das ist aber in letzter Konsequenz Schlager. Punkt. Die Reime sind ziemlich simpler Natur, tun aber keinem sonderlich weh, wenn man nicht genauer hinhört.

 

Was ist eigentlich mit der deutschen Musiklandschaft los? Warum gibt es immer und immer wieder Bands, die diese Weichspül-Langeweile aufnehmen? Weil es sich gut verkauft? Das kann aber doch nicht der alleinige Anspruch junger Menschen sein eine Band zu gründen! Keinepanik waren ja schon Support für Adel Tawil und Sarah Connor. Noch Fragen?

 

„Genug Gefragt“ oder „Deine Augen“ hören sich an, als wären das Nummern von Cat Ballou. Die machen ja auch nicht nur Karnevals-Lala. „Federlicht“ entpuppt sich als Pianoschmalzballade und erfreut die deutschen Biedermänner mit Vorliebe für Hausmannskost. „So Viele Fragen“ schafft immerhin den Spagat zwischen guter Laune und Ballade ohne allzu schmalzig zu sein. Auch textlich wird hier nichts gewagt. Liebestralla von vorne bis hinten.

 

Fazit: „Kein Problem“ will ganz sicher keinen verschrecken. Ecken und Kanten braucht man bei dem Schlagerpop nicht zu suchen. Das Thema universelle Liebe verlangt in dieser Form auch nicht danach. Keinepanik vermeiden es in allen Belangen irgendwo anzuecken. Das mag für den kurzweiligen Erfolg reichen, aber nachhaltig ist das alles nicht.

 

https://www.keinepanikband.de/

 

Text: Torsten Schlimbach

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Dream Out Loud Magazin: © Torsten Schlimbach / Header: © Kai Knobloch