Ke$ha: Warrior

Ke$ha: Warrior

Sony

VÖ: 30.11.2012

 

Wertung: 7,5/12

 

Die Frage sei erlaubt: wer ist eigentlich Lady Gaga? Die kalifornische Sängerin Ke$ha meldet sich nun mit ihrem neuen Album zurück. Der Vorgänger „Animal“ konnte ja auf allen wichtigen Märkten abräumen und sich in den obersten Chartsregionen einnisten. Einen großen Anteil an dem Erfolg der 25-jährigen hatte sicher die Single „TikTok“, die sich zu einem echten Welthit gemausert hat. Jeder Musikinteressierte dürfte das Stück zumindest schon mal irgendwo gehört haben. Jetzt macht sich die Kalifornierin also erneut auf den Weg den Popthron zu erobern. Es könnte klappen.

 

Guckt man auf die Gästeliste von „Warrior“, dann kann einem glatt schwindelig werden. Das liest sich glatt, als hätte sich die halbe Szene der angesagten Produzenten und Acts die Klinke im Studio in die Hand gegeben. Beeindruckend! Dies sagt zudem schon viel über das Standing von Ke$ha aus. Selbiges hat sie sich hart erarbeitet und mittlerweile kommen die Leute auch zu ihr und wollen mit ihr arbeiten. Macht sich eben gut Ke$ha im Portfolio stehen zu haben. Trotzdem finden sich darunter auch einige Leute, mit denen man nicht unbedingt rechnen konnte. Ben Folds und Iggy Pop scheinen jedenfalls nicht so richtig zu der jungen Künstlerin zu passen. Wie wir aber alles wissen, ist Papier geduldig und die Realität sieht dann schon wieder ganz anders aus.

 

Ke$ha hat zumindest an jedem Song mitgeschrieben, da hat sie sich nicht die Butter vom Brot nehmen lassen. Mit Dr. Luke saß wieder der bewährte Erfolgsproduzent an den Reglern. „Warrior“ ist eine ziemlich bunte Angelegenheit geworden. Das Album schlägt viele Richtungen ein, ist aber durch und durch Ke$ha! Ihr Gesangsstil und ihre Stimme haben einfach hohen Wiedererkennungswert. Der Titeltrack „Warrior“ ist dann auch gleich ein richtiger Wachmacher. Eigentlich bollern die Beats ziellos durch die Prärie und machen es sich irgendwo im Eurodance gemütlich. Eigentlich, denn das ist ja auch noch die Stimme, die den ganzen Laden zusammenhält. Zuckerbrot und Peitsche! In den Strophen teilt sie regelrecht Backpfeifen aus, während sich der Refrain unnachahmlich im Ohr einnistet. Und ab damit auf den Dancefloor!

 

Dagegen wirkt die erste Single „Die Young“ ein bisschen handzahm. Die Radiohörer wollen aber auch nicht verschreckt werden. Eine typische Ke$ha Nummer, die nichts anderes will als die Charts aufzurollen. „C´mon“ verlässt diesen Weg nur marginal und setzt im Grunde wieder auf das Baukastensystem. Dieser wird erst durch das balladeske „Crazy Kids“ etwas verlassen. Der größte Knaller auf diesem Album ist sowieso „Dirty Love“ mit Iggy Pop. Dieser Song alleine ist Grund genug sich die Platte zu kaufen! Das ist zwar immer noch Pop, aber trotzdem rockt das Ding wie Sau, Ke$ha singt sich den Allerwertesten ab und Iggy ist einfach Iggy. Die schöne Ballade „Wonderland“ setzt danach genau den richtigen Kontrastpunkt. Mit „Only Wanna Dance With You“ schließt sich glatt noch ein Song an, der so ein bisschen niedliches Indiepopgefühl vermittelt. Dies ist mit Abstand die beste Phase von „Warrior“. „Supernatural“ lockt einen danach nämlich wieder auf den Dancefloor. Das Tempo wird dabei aber ganz geschickt variiert und so bleibt es zumindest spannend. Mit einem lauten Knall wurde dieses Album eröffnet, aber mit „Love Into The Light“ fast schon nachdenklich beendet.

 

Fazit: Ke$ha legt mit „Warrior“ den Nachfolger zum immens erfolgreichen „Animal“ vor. Es steht außer Frage, dass auch ihr neustes Werk wieder jede Menge Hits abwerfen wird. Perfekt produzierter Pop, der seinen Reiz durch den Gesang bezieht. Ke$ha hat einfach eine Klangfarbe in der Stimme und eine Stil entwickelt, der ganz eigenständig ist. Der gemeinsame Song mit Iggy Pop ragt hier klar und deutlich heraus. Der Rest ist das, was man von der Dame erwartet hat und erwarten durfte. Bei der nächsten Platte dürfen ruhig ein paar neue Ideen her, aber einstweilen führt an dieser Popmusik kein Weg vorbei!

 

http://www.keshasparty.com/de

 

Text: Torsten Schlimbach

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